O2-Börsengang
Telefonica will eine Milliarde Euro einspielen

Der Telefonriese Telefonica will mit dem Börsengang seiner deutschen Mobilfunktochter O2 über eine Milliarde einnehmen. Geplant sei, Ende des Monate bis zu 23,2 Prozent der Aktien zu platzieren, teilte Telefonica mit.
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FrankfurtAngeboten werden die Titel zwischen 5,25 bis 6,50 Euro. In der Mitte der Preisspanne und bei voller Ausübung der Mehrzuteilung würde Telefonica 1,52 Milliarden Euro einnehmen - das gesamte Unternehmen wäre damit rund 6,6 Milliarden Euro wert. Das ist allerdings weniger als geplant. Ursprünglich strebte der Konzern eine Bewertung von 7,5 Milliarden Euro an, hatte ein Insider vor zwei Wochen gesagt.
Die Erlöse aus dem Initial Public Offering (IPO) bleiben nicht in Deutschland - der Geld geht an den Mutterkonzern in Madrid, der damit seinen mehr als 50 Milliarden Euro großen Schuldenberg ein wenig abtragen will.
Investoren können die Aktien von 17. bis zum 29. Oktober erwerben. Gelockt werden die Anleger nach früheren Angaben mit einer hohen Dividende: 500 Millionen Euro soll Telefonica Deutschland 2013 ausschütten - und in den Folgejahren noch mehr. Erstmals auf dem Kurszettel solle das Unternehmen am 30. Oktober unter dem Börsenkürzel O2D erscheinen.

Zum ersten Mal seit fünf Jahren könnte damit wieder eine milliardenschweres Aktienmarktdebüt in Deutschland über die Bühne gehen. Im November 2007 war die Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA das letzte deutsche Unternehmen, das mehr als eine Milliarde Euro mit einem Börsengang erlöst hatte. Der Versicherungskonzern Talanx, der vor zwei Wochen nach einer Zitterpartie den Sprung an die Börse schaffte, nahm gut eine halbe Milliarde Euro ein.
Die in München ansässige Telefonica Deutschland ist der kleinste der vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber mit 18,4 Millionen Handykunden. Zudem betreibt das Unternehmen ein Festnetzgeschäft. Die Investitionen der Vergangenheit lasten auf dem Gewinn: Unter dem Strich blieb 2011 bei fünf Milliarden Euro Umsatz nur ein Gewinn von 71 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2012 verdiente Telefonica Deutschland mit O2 und der Billigmarke Fonic operativ 597 (Vorjahr: 532) Millionen Euro bei 2,55 (2,44) Milliarden Euro Umsatz. Begleitet wird der Börsengang federführend von J.P. Morgan und der UBS.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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