Österreichischer Baukonzern
Strabag nutzt gute Konjunktur für Börsengang

Der österreichische Baukonzern Strabag kann bei seinem für den 19. Oktober geplanten Börsengang (IPO) mehr erlösen, als dies Optimisten an der Börse im Vorfeld vorhergesagt haben. Werden die insgesamt bis zu 28,2 Mill. Aktien am oberen Ende der von 42 bis 48 Euro reichenden Spanne zugeteilt, dann fließen Strabag insgesamt 1,35 Mill. Euro zu.

HB FRANKFURT. In den letzten Wochen war stets von einem Emissionserlös von einer bis zu 1,3 Mrd. Euro die Rede. Analysten machen dafür die guten Aussichten für Bauwerte verantwortlich. Die Aktienkurse des französischen Vinci-Konzerns und der deutschen Wettbewerber Bilfinger Berger und Hochtief haben in den letzten Jahren im dreistelligen Prozentbereich zugelegt. Weil die Branche noch immer hohe Zuwachsraten beim Auftragsvolumen verzeichnet, ist die Branche bei Analysten angesehen wie lange nicht mehr.

Mit dem Emissionserlös von 1,18 bis zu 1,35 Mrd. Euro ist Strabag in diesem Jahr der fünftgrößte Börsengang in Europa. An der Wiener Börse ist Strabag in diesem Jahr das größte IPO. Rund zwei Drittel bzw. bis zu 912 Mill. Euro sollen dem Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung direkt zufließen. Die restlichen bis zu 441,6 Mill. Euro gehen an Altaktionäre. Konsortialführer sind die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die österreichische Raiffeisen Centrobank. Der Streubesitz soll aktuellen Planungen zufolge nach der Emission bei 25 Prozent plus einer Aktie liegen.

Im vergangenen Jahr erzielte Strabag mit rund 53 000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 10,4 Mrd. Euro. In Deutschland und Österreich war das Unternehmen Marktführer. Mit dem Geld aus dem Börsengang will Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner vor allem in den Ausbau der Marktführerschaft in Osteuropa und Russland investieren. Gerade in Russland erlebe Strabag derzeit „goldene Zeiten“, sagte Haselsteiner gestern in Wien. Sein Unternehmen bekomme dort mehr Aufträge angeboten, als es bewältigen kann.

In den nächsten Jahren soll der russische Umsatzanteil von derzeit zwei Prozent in den zweistelligen Prozentbereich steigen, kündigte Haselsteiner an. Bislang steht hier Deutschland an erster Stelle mit 38 Prozent vor Österreich mit 20 Prozent. Russland soll langfristig auf Platz drei vorrücken. Dafür ist geplant, dass sich die Zahl der russischen Mitarbeiter von derzeit 1 700 verzehnfacht.

Strabag hatte im Frühjahr dieses Jahres seinen geplanten Börsengang verschoben. Grund war, dass sich der russische Oligarch Oleg Deripaska bei Strabag für 42 Euro je Aktie einen Anteil von 30 Prozent gesichert hat. Der hält nach der Emission 25 Prozent plus eine Strabag-Aktie, ebenso wie die Uniqua-Gruppe. Vorstandschef Haselsteiner besitzt dann 25 Prozent minus drei Aktien.

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