Online-Karriereportal
Xing überrascht mit stabilem Kurs

Die Wirtschaftskrise hat das Karriere-Portal Xing beflügelt. Die steigende Zahl der Nutzer treibt den Kurs nach oben. Offenbar genießt Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck das Vertrauen der Märkte. Wie Analysten die erstaunliche Robustheit der Aktie bewerten.

FRANKFURT. Es hätte gestern schon etwas mehr für die Xing-Aktie sein können. Schließlich gleicht es an der Börse oft weitgehend einem Automatismus, dass im Sog einer positiven Meldung um den Weltmarktführer auch viele kleinere Wettbewerber zulegen. Die Aktie der einzigen börsennotierten deutschen Online-Community kostete gestern jedoch nur wenig mehr als am Dienstag.

Doch der Reihe nach: Die weltgrößte Internet-Gemeinschaft Facebook meldete gestern den Einstieg der russischen Internetholding Digital Sky Technology. Die hatte sich 1,96 Prozent an Facebook für 200 Mio. Dollar gesichert. Macht in der Summe für das gesamte Unternehmen einen Wert von rund zehn Mrd. Dollar, mehr als die meisten Unternehmen im breiten US-Index S&P 500 auf die Waage bringen. Das überrascht umso mehr, weil noch vor wenigen Monaten, als es um einen möglichen Börsengang ging, eine Bewertung von 3,7 Mrd. Dollar für Facebook im Raum stand.

Von solchen Bewertungen ist Xing meilenweit entfernt, denn die Zielgruppe ist weitaus spezialisierter. Xing versteht sich als Karriere-Portal, auf dem es in erster Linie um berufliche Dinge geht. Die Community, die heute ihre Aktionäre zur Hauptversammlung (HV) geladen hat, bringt Stand Mittwoch knapp 174 Mio. Euro an Börsenwert auf die Waage. Dennoch kann das Management um Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck das Thema HV weit entspannter als mancher Dax-Chef angehen. Die seit Ende 2006 börsennotierte Aktie - damals noch unter dem Namen Open BC - steht mittlerweile wieder deutlich über dem Ausgabepreis von damals 30 Euro und hielt sich selbst in der schlimmsten Phase der Finanzkrise im Winter erstaunlich stabil.

Analysten wie Benjamin Kohnke von der Deutschen Bank honorieren seit langem die erstaunliche Robustheit des Karriereportal-Betreibers, allen Krisenzeichen zum Trotz. Besonders das Wachstum der Mitgliederzahlen beeindruckt ihn nach wie vor. 7,5 Millionen Geschäftsleute und Berufstätige nutzten im ersten Quartal nach Unternehmensangaben die Plattform, um dort in 16 verschiedenen Sprachen Kontakte zu knüpfen, Geschäfte anzubahnen oder sich schlicht nur auszutauschen. Das waren 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Einzig die Bedeutung des Namens Xing, bei dem das "X" für ein Kreuz steht, wodurch englisch "Crossing" dabei herauskommt, ist in Deutschland noch immer nur wenigen Nutzern bekannt.

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