Online-Modehändler
Zalando-Anleger im Glück

Ein nicht eingelöstes Versprechen schien die Zalando-Aktie zu werden. Doch damit soll Schluss sein. Der Online-Händler vermeldet Gewinnsteigerungen im zweistelligen Bereich. Die Papiere setzen sich an die SDax-Spitze.
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DüsseldorfAls Zalando im Oktober des vergangenen Jahres an die Börse ging, war der Medienrummel groß. Mit Glocke und Konfetti läuteten die Gründer David Schneider und Robert Gentz den wohl imposantesten Börsengang eines deutschen Internetunternehmens seit der Dotcom-Rally ein. Doch kaum war die Aktie am Markt, schienen die Investoren den Glauben an das Potenzial des Online-Händlers verloren zu haben, der mit dem Werbe-Slogan „Schrei vor Glück” berühmt wurde.

Zum Kurs von 21,5 Euro ausgegeben, pendelte die Zalando-Aktie ein halbes Jahr lang um die Marke von 23 Euro. Und während die Börsen-Hausse in vollem Gange war, mussten Zalando-Anleger Verluste hinnehmen: Seit dem 1. Januar 2015 büßte die Aktie rund vier Prozent ein. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum legte der Kleinwerteindex, SDax, 23 Prozent zu.

Ähnlich wie bei großen Internet-Unternehmen wie Facebook oder Twitter folgte auch bei Zalando dem IPO-Hype zunächst eine Phase der Enttäuschung, bevor die Papiere zur Erholung ansetzten. Facebook schaffte es seit seinem Börsengang 2013 die Anleger mit neuen Marketing-Konzepten davon zu überzeugen, dass sich im Internet Geld verdienen lasse. Der Kurs der Aktie hat sich seit der Ausgabe der Papiere mehr als verdreifacht und lag zuletzt bei rund 82 Dollar.

Auch Zalando könnte gelingen, seinen Investoren zu vermitteln, dass die Aktie mehr als ein Versprechen ist. Denn es sieht so aus, dass der Online-Händler mit den während des IPOs eingesammelten 605 Millionen Euro sein Wachstum angekurbelt hat. Schon vor der offiziellen Bilanzschau am 12. Mai gab das Unternehmen am heutigen Donnerstag die vorläufigen Zahlen preis. Von Januar bis März dieses Jahres sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 bis 29 Prozent auf 635 bis 648 Millionen Euro geklettert, teilte Zalando mit. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde voraussichtlich auf 25 bis 39 Millionen Euro ansteigen. Dies entspreche einer bereinigten Ebit-Marge von vier bis sechs Prozent im ersten Quartal. Im Vorjahreszeitraum schrieb das Unternehmen noch einen Verlust von 23 Millionen Euro.

Die Nachricht schürte am Donnerstag die Kauflust der SDax-Anleger. Während die restlichen Werte im Kleinwerteindex geringe Ausschläge nach oben oder unten verzeichneten, schoss die Zalando-Aktie um bis zu 17 Prozent nach oben auf den Höchstkurs von rund 28,4 Euro. Die Zahlen zeigen auch, dass sich das Unternehmen nun auf einen stabilen Gewinnkurs begeben könnte – auch, wenn es nicht mehr ganz so schnell wächst wie in den Jahren zuvor. Zum ersten Mal seit seiner Gründung 2008 schrieb Zalando 2014 einen Gewinn von 62,1 Millionen Euro in seine Bücher. Mit schwarzen Zahlen im ersten Quartal 2015 setzt sich dieser Trend nun fort.

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