Onlinespiele-Entwickler
Zynga-Altaktionäre machen Kasse

Venture-Capitalisten und Top-Management von Zynga räumen ab. Die Altaktionäre verkaufen fast 43 Millionen Aktien zu 12 Dollar pro Stück. Das sind nur 24 Cents weniger als der Schlusskurs von gestern.
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San FranciscoMit der weiteren Aktienplatzierung soll die Liquidität der Aktie an der Börse erhöht und ein geordneter Zufluss der Papiere an die Börse garantiert werden, teilte das Unternehmen aus San Francisco in einer Börsenmitteilung mit. Die verkaufenden Aktionäre hätten als Bedingung für die Emission einer Verlängerung ihrer Haltefristen um mindestens weitere 90 Tage zugestimmt. Morgan Stanley sowie Goldman Sachs führen die Aktienplatzierung an. Die Platzierung könnte allerdings in einen ungünstigen Zeitraum fallen. Nach Medienberichten plant in den kommenden zwei bis drei Monaten Facebook seine Erstnotiz an der Börse. Bis zu zehn Milliarden Dollar, schätzen Analysten, will Facebook einnehmen, das seinen Umsatz zu gut zwölf Prozent mit Zynga-Spielen bestreitet. Wer also Facebook-Aktien kauft, kauft Zynga quasi gleich mit.

Es ist bei den Verkäufern diesmal alles dabei, was Rang und Namen hat. CEO Mark Pinkus wird 15 Prozent seiner Aktien abgeben, die Risikokapitalanleger Investors IVP, Silver Lake und Union Square Ventures werden Bestände abbauen, auch PayPal-Mitgründer Reid Hoffman macht Kasse. Vom Aufsichtsrat ist Filmlegende Jeffrey Katzenberg der prominenteste Verkäufer. Für den COO John Schappert macht sich der Wechsel vom früheren Gaming-Marktführer Electronic Arts zu Zynga jetzt auch in klingender Münze bezahlt.

Der geordnete Rückzug über eine Zweitplatzierung soll eine Überflutung des Marktes mit Papieren verhindern, wenn Großaktionäre nach Auslaufen ihrer Haltefristen ihre Bestände unkontrolliert auf den Markt werfen. Oft sitzen die Investoren der ersten Stunden auf so hohen Buchgewinnen, dass sie problemlos auch einen Kursrutsch verkraften könnten. Das gilt auch für Mitarbeiter des Unternehmens, die langsam aus ihren Haltefristen herauskommen. Für die Erstzeichner hingegen wäre ein solches Überangebot fatal. Zynga wurde zu zehn Dollar pro Aktie emittiert und notiert jetzt nur knapp über zwölf Dollar. So lange der Abfluss der Aktien aus den Händen von Management, Mitarbeitern und Großanlegern anhält, rechnen viele Analysten nicht mit großen Kurssprüngen.

Bei seinem Börsengang im Dezember 2011 hatte das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar eingenommen, es war der größte Börsengang eines Web-Unternehmens seit Google. Der Kurs war bereits am Eröffnungstag unter den Ausgabepreis gerutscht und hatte sich erst später unter erratischen Kursschwankungen wieder erholt.

Zyngas Spiele („Farmville“) sind in ihrer Basisversion kostenlos zu spielen, erst wenn ein Spieler zusätzliche „Digitale Güter“ kauft, um seine Siegchancen zu erhöhen, fließt Geld in die Kassen.

 

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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