Optimisten hoffen auf staatliche Investitionen
Börsen-Boom am Kap stockt

Noch vor zwei Wochen sah es so aus, als gäbe es für den JSE-Index an der Börse Johannesburg keine Grenzen. Inzwischen warnen auch einige Experten davor, dass die Luft für südafrikanische Aktien zunehmend dünner wird.

KAPSTADT. Noch vor zwei Wochen sah es so aus, als gäbe es für den JSE-Index an der Börse Johannesburg keine Grenzen. Am 22. November kletterte der südafrikanische Leitindex zeitweise über 17 500 Punkte und markierte damit einmal mehr ein Allzeithoch. Anschließend setzten allerdings kräftige Gewinnmitnahmen ein, die den Index innerhalb kurzer Zeit um fast 1 000 Punkte drückten. Eine weitere Aufwertung der Landeswährung Rand, die als so genannte Rohstoffwährung von den Rekordpreisen der am Kap geförderten Edelmetalle Gold und Platin profitiert, drückte zusätzlich auf die Aktienkurse.

Inzwischen warnen auch einige Experten davor, dass die Luft für südafrikanische Aktien zunehmend dünner wird. Allerdings bleiben die positiven Faktoren für Dividendentitel auf der anderen Seite bestehen: Neben der starken Verbrauchernachfrage am Kap ist das vor allem der schier unersättliche Rohstoffhunger Chinas, der die Preise von Gold, Platin und Co. und in deren Gefolge auch die Aktien der Metallproduzenten an der Johannesburger Börse hoch treibt.

Neben den Metallaktien haben auch der Petrochemieriese Sasol sowie der Luxusgüterkonzern Richemont zuletzt stark zugelegt. Ohnehin sind es die Großkonzerne, deren Aktien die stärksten Zuwächse verzeichnen. Neben Sasol sind dies die Minenhäuser Anglo American und BHP Billiton, die beiden großen Platinförderer Angloplat und Impala, der Brauereiriese SAB Miller sowie der Mobilfunkanbieter MTN.

Ein weiterer Grund für den fortgesetzten Aufschwung der JSE findet sich in dem zunehmenden Interesse ausländischer Anleger. Symptomatisch dafür ist die Offerte des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone für die südafrikanische Investmentholding Venfin. Die Briten haben es auf jenen 15-prozentigen Anteil abgesehen, den Venfin am größten südafrikanischen Mobilfunkanbieter Vodacom hält. Sollte das auf 15,6 Mrd. Rand (rund zwei Mrd. Euro.) geschätzte Angebot von den Venfin-Aktionären akzeptiert werden, würde Vodafones Anteil an Vodacom von derzeit 35 auf 50 Prozent steigen.

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