Osram

Ex-Siemens-Tochter vergrault ihre Aktionäre

Die Aktien von Osram haben am Mittwoch ihren stärksten Kurssturz erlebt seit das Unternehmen vor über zwei Jahren von Siemens abgespalten wurde. Analysten zeigten sich enttäuscht vom Ausblick des Konzerns für 2016.

Frankfurt 

Turbulenzen im MDax: Kurseinbruch bei Osram

Auf den Gewinn drückende Milliardeninvestitionen stoßen den Aktionären des Leuchtmittelherstellers Osram sauer auf. Die Papiere fielen am Mittwoch um bis zu 20,4 Prozent auf 41 Euro und lagen so tief wie seit mehr als acht Monaten nicht mehr. Damit waren sie mit Abstand schwächster Wert im Nebenwerteindex MDax.

Der Umsatz auf vergleichbarer Basis wird demzufolge 2016 zurückgehen und die bereinigte Ebita-Marge wird von Innovationsausgaben belastet, wie Osram am Dienstag nach Börsenschluss bekanntgab. Dabei stellte der Konzern für das nächste Geschäftsjahr eine Dividende von mindestens 90 Cent je Aktie in Aussicht, was der Höhe der Ausschüttung in diesem Jahr entspricht.

Der Ausblick für 2016 lag „weit unter der Konsensschätzung“, schrieb die Analystin Lucie Carrier von Morgan Stanley in London in einer Kurzstudie. Das bereinigte Ebita könne im kommenden Jahr um 35 Prozent fallen.

Welche Aktien die Jahresendrally mitmachen – und welche nicht

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,02 -0,09%
+22,92€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 1: K+S
1 von 15

Der Übernahmepoker mit dem kanadischen Konkurrenten Potash hat K+S einige Punkte gekostet. Letztlich konnte sich der deutsche Düngemittelhersteller gegen eine feindliche Übernahme wehren. Die Investoren hielten von diesem Widerstand wenig. Sie trennten sich von ihren Anteilen an K+S. Unternehmenschef Norbert Steiner hatte mit so einer Reaktion gerechnet. „Wir wissen, dass das Thema auf der Hauptversammlung einen Nachhall haben wird, aber wir haben gewissenhaft gearbeitet und deshalb nichts zu fürchten“, sagte er. „Wir haben absolut sauber agiert, sind materiell und rechtlich auf der sicheren Seite.“

Kursentwicklung (seit Dax-Jahrestief am 29. September): - 17,5 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

+0,46 +0,25%
+187,68€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Flop 2: Volkswagen
2 von 15

Dass VW nicht der größte Flop seit dem Dax-Jahrestief ist, liegt schlicht am Beobachtungszeitraum. Denn der Abgas-Skandal erschütterte den Autobauer kurz vor dem Jahrestief. Daher sind die größten Verluste nicht mit eingerechnet. Zieht man sie hinzu, hat die VW-Aktie seit dem 17. September satte 43,8 Prozent verloren. Der Skandal ist noch immer nicht aus der Welt. Seit den ersten Erkenntnissen über Manipulationen ist immer mehr ans Tageslicht gekommen. Wie viel VW die Nachbesserungen kosten werden, kann derzeit nicht seriös prognostiziert werden. Doch ein ist klar: Es wird teuer. Keine guten Vorzeichen für die Aktie.

Kursentwicklung: - 4,0 Prozent

VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1ML7J1
Börse
Xetra

+0,06 +0,15%
+41,14€
Chart von VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 3: Vonovia
3 von 15

Bislang ist der Dax-Aufstieg der Immobilienkonzerns Vonovia keine Erfolgsgeschichte. Seit dem Dax-Jahrestief konnten sich die Papiere nicht wirklich erholen. Ändern will das Vonovia mit weiteren Übernahmen. Im Visier haben die Verantwortlichen die Deutsche Wohnen. Doch Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn warnt Vonovia-Aktionäre vor einer Übernahme. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Sie die Transaktion ablehnen sollten, um den Wert Ihres gegenwärtigen Anteilsbesitzes in Vonovia zu schützen“, schrieb Zahn. Eine Übernahmeschlacht könnte Vonovia letztlich teuer zu stehen kommen.

Kursentwicklung: - 0,5 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,09 -0,61%
+14,79€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 4: Deutsche Telekom
4 von 15

Dank starker Geschäfte in den USA und des anziehenden Dollars dürfte der Gewinn der Deutschen Telekom eine Milliarden Euro höher ausfallen. „Bei den aktuellen Wechselkursen wären wir eher bei 19,3 Milliarden Euro“, sagte Telekom-Finanzchef Thomas Dannenfeldt. In seiner Jahresprognose rechnete der Bonner Konzern bislang mit 18,3 Milliarden Euro Betriebsgewinn. Die Aktionäre ließen sich davon dennoch nicht wirklich locken. Die Papiere konnten nur leicht zulegen.

Kursentwicklung: + 4,0 Prozent

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
Xetra

-0,45 -0,39%
+113,65€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Flop 5: Henkel
5 von 15

Henkel könnte die Jahresendrally noch bevorstehen. Analysten zufolge dürfte der bereinigte Gewinn im dritten Quartal um rund acht Prozent auf 748 Millionen Euro gestiegen sein. Die Bilanz könnte der Aktien neuen Schub verleihen. Denn bislang konnte Henkel seit dem Dax-Jahrestief am 29. September kaum zulegen.

Kursentwicklung: + 6,0 Prozent

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

-0,87 -0,69%
+124,46€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 10: Siemens
6 von 15

Eine gute Auftragslage lässt Zuversicht bei Siemens-Aktionären aufkommen. Unter anderem konnte sich der Mischkonzern Aufträge in Großbritannien, Ägypten und Bolivien sichern. Außerdem hat Siemens Anfang November sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen.

Kursentwicklung: + 16,3 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
Xetra

+1,25 +0,67%
+186,70€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 9: Adidas
7 von 15

Die Sanktionen gegen Russland und die Konjunkturabkühlung in China treffen den Sportartikelhersteller Adidas. Auch in den USA läuft es nicht rund. US-Konkurrent Nike ist den Herzogenauracher bereits weit enteilt und mit Under Armour steht in Amerika ein aufstrebender Rivale gegenüber. Dennoch gibt sich Adidas nicht geschlagen. Zuletzt überraschte der Konzern mit guten Geschäften mit Fußballausrüstung und Sportmode. Und die Aktionäre trauen dem Konzern weitere Überraschungen zu.

Kursentwicklung: + 17,0 Prozent

Die für 2020 gesetzten Ziele seien ehrgeizig, kommentierten die Analysten von JP Morgan. Negativ sei aber, dass die geplanten Ausgaben für den Ausbau des LED-Geschäftes die Margen in 2016 deutlich drücken werden. Osram kündigte für das neue Geschäftsjahr leicht rückläufige Umsätze auf vergleichbarer Basis und eine deutlich niedrigere bereinigte Ebita-Gewinnmarge an.

Diese Prognosen seien ganz klar eine Enttäuschung, merkte auch ein Aktienhändler an. Die Ungewissheit, ob Osram wirklich auf Kurs für seine Langfrist-Ziele sei, werde also mindestens ein Jahr andauern. JP Morgan stufte die Titel auf „Underweight“ von Neutral" herunter und senkte das Kursziel auf 49 von 52 Euro.

Die DZ Bank hat zwar die Einstufung für Osram nach Eckdaten und Zielen bis 2020 zunächst auf „Kaufen“ belassen, kündigte aber eine Überarbeitung des Bewertungsmodells für den Leuchtmittelhersteller an.  

Der Ausblick des Beleuchtungskonzerns für das kommende Geschäftsjahr sei enttäuschend, schrieb DZ-Analyst Harald Schnitzer in einer ersten Einschätzung vom Mittwoch. Die längerfristigen Ziele wirkten zwar ambitioniert aber erreichbar. Hohe Investitionen dürften allerdings kurzfristig die Gewinnentwicklung und den Barmittelzufluss hemmen.

18 Aktien für Anlage-Rebellen

BOX INC. REGISTERED SHARES A DL -,0001

WKN
ISIN
US10316T1043
Börse
FSE

+0,20 +1,08%
+18,70€
Chart von BOX INC. REGISTERED SHARES A DL -,0001
Box
1 von 18

Die Credit Suisse hat eine Liste von 18 Aktien erstellt, mit denen sie gegen den Investorenstrom schwimmen. Die Titel haben in der Regel deutlich an Wert verloren und weichen von den Analysteneinschätzungen deutlich ab. Nun aber sollen diese Aktien Potenzial für Gewinne besitzen. Eine diese Aktien ist Box. Das US-Unternehmen hat sich auf Cloud-basierte Mobilanwendungen spezialisiert. Seit Jahresanfang haben die Aktien über 45 Prozent verloren.

Kursentwicklung (seit 1. Januar 2015): - 45,1 Prozent

BOYD GAMING CORP. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US1033041013
Börse
FSE

+0,60 +1,97%
+31,00€
Chart von BOYD GAMING CORP. REGISTERED SHARES DL -,01
Boyd Gaming
2 von 18

Das US-Unternehmen Boyd Gaming ist vor allem in Nevada vorzufinden – konkret in Las Vegas. Dort betreibt der Konzern Spielautomaten in zahlreichen Kasinos. Die Papiere konnten im laufenden Jahr zwar mehr als 35 Prozent zulegen und Analysten sind hinsichtlich der Prognosen vorsichtig. Doch die Experten der Credit Suisse sehen noch Potenzial für Boyd Gaming. Für weiteren Aufschwung dürften verstärkte Investitionen in Las Vegas sorgen.

Kursentwicklung: + 36,2 Prozent

CF INDUSTRIES HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US1252691001
Börse
FSE

0,00 0,00%
+33,40€
Chart von CF INDUSTRIES HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01
CF Industries
3 von 18

Der Düngemittelkonzern CF Industries konnte im laufenden Jahr an den Aktienmärkten nicht wirklich überzeugen. Auf Jahressicht haben die Papiere über drei Prozent verloren. Allein in den vergangenen drei Monaten rutschten die Aktien 16,1 Prozent ins Minus. Laut Credit-Suisse-Analyst Arbin Sherchan ist deswegen genau jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg.

Kursentwicklung: - 3,6 Prozent

INGREDION INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US4571871023
Börse
FSE

-1,00 -0,87%
+114,00€
Chart von INGREDION INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Ingredion
4 von 18

Beim US-Lebensmittelkonzern Ingredion haben viele Analysten hinsichtlich des Engagements in den Emerging Market große Bedenken. Besonders wegen der Geschäfte in Brasilien und Argentinien rechnen sie kurzfristig mit Kursverlusten – nicht so die Credit Suisse. Laut der Schweizer Bank hält sich Ingredion in diesen Ländern wacker und könnte kurzfristig noch von positiven Tendenzen aus den USA profitieren.

Kursentwicklung: + 5,8 Prozent

L-3 Communications

WKN
ISIN
Börse

Chart von L-3 Communications
L-3 Communications
5 von 18

Beim Rüstungskonzern L-3 Communications läuft es derzeit nicht rund, das erkennt man auch an der Kursentwicklung der Aktien. Seit dem 1. Januar haben die Papiere rund dreizehn Prozent an Wert verloren. Für Verluste sorgen Umstrukturierungsprozesse. Sherchan von der Credit Suisse empfiehlt die Aktie dennoch zum Kauf.

Kursentwicklung: - 13,2 Prozent

LASALLE HOTEL PROPERTIES REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US5179421087
Börse
FSE

+0,20 +0,81%
+24,80€
Chart von LASALLE HOTEL PROPERTIES REGISTERED SHARES DL -,01
LaSalle Hotel
6 von 18

Lasalle Hotel investiert als Investmentgesellschaft vornehmlich in Unternehmen aus der Hotelbranche. Anfang 2015 besaß LaSalle Hotel 45 Hotels mit circa 11.300 Zimmern. Die Aktie weist im laufenden Jahr eine negative Performance vor.

Kursentwicklung: - 25,2 Prozent

NATIONSTAR MORTGAGE HLDGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US63861C1099
Börse
FSE

0,00 0,00%
+15,40€
Chart von NATIONSTAR MORTGAGE HLDGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Nationstar Mortgage
7 von 18

Nationstar Mortgage Holdings ist ein Immobilienkonzern in den USA. Anleger müssen dabei Rebound spekulieren, denn die Aktie hat sich in diesem Jahr etwas mehr als halbiert. Die Aktie sei nun attraktiv bewertet, meinen die Analysten von Credit Suisse.

Kursentwicklung: - 51,1 Prozent

Osram spaltet derzeit seine Glühbirnensparte ab, vor allem chinesische Firmen interessieren sich für das Geschäftsfeld. Das Unternehmen will sich auf Leuchtdioden-Chips und die einträgliche Spezialbeleuchtung für die Autobranche konzentrieren.

Die Leuchtmittelbranche steckt mitten im Umbruch, immer mehr Kunden schwenken auf die stromsparenden LEDs um. Auch im Autobereich werden immer mehr der winzigen und zugleich lichtstarken Leuchtdioden verbaut. Bereits jetzt macht Osram gut 40 Prozent seines Umsatz mit LED-basierter Technik. Auf dem Markt haben die etablierten Leuchtmittelanbieter wie GE und Philips zunehmend mit neuen Rivalen aus Asien und den USA zu kämpfen.

  • rtr
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