Osram
Ex-Siemens-Tochter vergrault ihre Aktionäre

Die Aktien von Osram haben am Mittwoch ihren stärksten Kurssturz erlebt seit das Unternehmen vor über zwei Jahren von Siemens abgespalten wurde. Analysten zeigten sich enttäuscht vom Ausblick des Konzerns für 2016.

Frankfurt 

Auf den Gewinn drückende Milliardeninvestitionen stoßen den Aktionären des Leuchtmittelherstellers Osram sauer auf. Die Papiere fielen am Mittwoch um bis zu 20,4 Prozent auf 41 Euro und lagen so tief wie seit mehr als acht Monaten nicht mehr. Damit waren sie mit Abstand schwächster Wert im Nebenwerteindex MDax.

Der Umsatz auf vergleichbarer Basis wird demzufolge 2016 zurückgehen und die bereinigte Ebita-Marge wird von Innovationsausgaben belastet, wie Osram am Dienstag nach Börsenschluss bekanntgab. Dabei stellte der Konzern für das nächste Geschäftsjahr eine Dividende von mindestens 90 Cent je Aktie in Aussicht, was der Höhe der Ausschüttung in diesem Jahr entspricht.

Der Ausblick für 2016 lag „weit unter der Konsensschätzung“, schrieb die Analystin Lucie Carrier von Morgan Stanley in London in einer Kurzstudie. Das bereinigte Ebita könne im kommenden Jahr um 35 Prozent fallen.

Die für 2020 gesetzten Ziele seien ehrgeizig, kommentierten die Analysten von JP Morgan. Negativ sei aber, dass die geplanten Ausgaben für den Ausbau des LED-Geschäftes die Margen in 2016 deutlich drücken werden. Osram kündigte für das neue Geschäftsjahr leicht rückläufige Umsätze auf vergleichbarer Basis und eine deutlich niedrigere bereinigte Ebita-Gewinnmarge an.

Diese Prognosen seien ganz klar eine Enttäuschung, merkte auch ein Aktienhändler an. Die Ungewissheit, ob Osram wirklich auf Kurs für seine Langfrist-Ziele sei, werde also mindestens ein Jahr andauern. JP Morgan stufte die Titel auf „Underweight“ von Neutral" herunter und senkte das Kursziel auf 49 von 52 Euro.

Die DZ Bank hat zwar die Einstufung für Osram nach Eckdaten und Zielen bis 2020 zunächst auf „Kaufen“ belassen, kündigte aber eine Überarbeitung des Bewertungsmodells für den Leuchtmittelhersteller an.  

Der Ausblick des Beleuchtungskonzerns für das kommende Geschäftsjahr sei enttäuschend, schrieb DZ-Analyst Harald Schnitzer in einer ersten Einschätzung vom Mittwoch. Die längerfristigen Ziele wirkten zwar ambitioniert aber erreichbar. Hohe Investitionen dürften allerdings kurzfristig die Gewinnentwicklung und den Barmittelzufluss hemmen.

Osram spaltet derzeit seine Glühbirnensparte ab, vor allem chinesische Firmen interessieren sich für das Geschäftsfeld. Das Unternehmen will sich auf Leuchtdioden-Chips und die einträgliche Spezialbeleuchtung für die Autobranche konzentrieren.

Die Leuchtmittelbranche steckt mitten im Umbruch, immer mehr Kunden schwenken auf die stromsparenden LEDs um. Auch im Autobereich werden immer mehr der winzigen und zugleich lichtstarken Leuchtdioden verbaut. Bereits jetzt macht Osram gut 40 Prozent seines Umsatz mit LED-basierter Technik. Auf dem Markt haben die etablierten Leuchtmittelanbieter wie GE und Philips zunehmend mit neuen Rivalen aus Asien und den USA zu kämpfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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