Ostdeutscher Bootsbauer
Hanse Yachts peilt Börse an

Kommenden Montag will Hanse Yachts Details zu seiner Emission bekannt geben. Das Unternehmen wäre der erste Bootsbauer, der in Deutschland an der Börse notiert wäre. Nach Berechnungen der begleitenden Banken M.M. Warburg und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist der Börsenkandidat zwischen 198 und 260 Mill. Euro wert.

FRANKFURT. Das geht aus einer Analystenstudie hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Dabei tendieren die Warburg-Experten eher zum oberen Ende, die LBBW-Analysten zum unteren Bereich. Hanse Yachts will kommenden Montag.

Vorstandschef Michael Schmidt hat kürzlich in einem Interview mit der Agentur Reuters von einem „mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“ für die Aktien gesprochen, die an der Börse notiert werden sollen. Der Vorstandschef, der das Unternehmen bei seiner Privatisierung aufgekauft hatte, und seine Familie sind derzeit die alleinigen Eigentümer von Hanse Yachts. Sie wollen nach dem Börsengang noch etwa zwei Drittel der Anteile besitzen und nur einen kleineren Teil ihrer Aktienanteile an die Börse bringen. Der weitaus größere Anteil beim anstehenden Börsengang dürfte nach aktuellem Stand aus einer Kapitalerhöhung stammen.

Die Erstnotiz der Aktien im Premiumsegment Prime Standard ist nach aktuellem Stand in der ersten Märzhälfte geplant.

Die im ostdeutschen Greifswald angesiedelte Hanse Yachts ging 1990 aus der damaligen Volkswerft Stralsund hervor und stellt seit dem Jahr 1993 eigene Boote her. Marc Osigus von der Hamburger SES Research, der die Studie für M.M. Warburg erstellt hat, hält Hanse Yachts für den weltweit schnellst wachsenden Anbieter von Segelyachten in der Serienproduktion. Ende des Geschäftsjahres 2006/2007 (31.7.) soll das Unternehmen in diesem Segment bereits die Nummer drei weltweit nach den französischen Konkurrenten Bénéteau und Poncin Yacht sein. Hanse Yachts, die Boote im Wert zwischen 60 000 und 700 000 Euro fertigen, profitiert derzeit von Aufträgen aus Osteuropa. Die geographische Nähe über die Ostsee spielt dabei eine große Rolle.

Den Emissionserlös will Hanse Yachts unter anderem in die Automatisierung bei der Tochter TTS in Polen stecken. Dort werden Rumpf und Deck der Boote hergestellt. Daneben soll ein Teil in den Ausbau des Vertriebsnetzes fließen. Außerdem will sich Schmidt eine gewisse finanzielle Liquidität erhalten, sollten in den nächsten Jahren Übernahmen zu stemmen sein.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Hanse Yachts einen Umsatz von 66,3 Mill. Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,2 Mill. Euro. Seit dem Geschäftsjahr 1998/99 betrug das jährliche Wachstum im Schnitt 44 Prozent. Bis Ende 2008/2009 rechnet Analyst Osigus unter anderem wegen der starken Nachfrage nach Segelyachten mit einem jährlichen Umsatzwachstum von im Schnitt 46 Prozent.

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