Overture-Übernahme bleibt ein Risikofaktor
Yahoo überrascht Anleger

Endlich können die Anleger wieder so über den Internet- Dienstleister Yahoo jubeln, wie es der Name verspricht. Vergangene Woche legte Yahoo ein atemberaubendes Quartalsergebnis vor: Der Nettogewinn lag bei 10 Cent pro Aktie. Insgesamt waren es rund 65 Mill. $ und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Die Bilanz übertraf nicht nur die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten um einen Cent, sondern auch die Firmenprognose.

HOUSTON. Seitdem kann nichts mehr den Höhenflug des Internet-Titels stoppen. Am Tag nach der Bilanzlegung gehörte Yahoo zu den fünf meistgehandelten Aktien an der Technologiebörse Nasdaq. Aktuell steht der Preis mit über 43 $ nahe einem neuen Dreijahreshoch – ähnliche Werte erreichte Yahoo zuletzt im Januar 2001 – kurz bevor die Internetblase platzte. Insgesamt hat die Aktie in diesem Jahr bereits 160 % an Wert zugelegt. Und ein Ende ist nicht in Sicht: „Wahrscheinlich wird Yahoo im vierten Quartal die Prognosen genauso stark übertreffen wie diesmal“, sagt Analyst Thomas Underwood von Legg Mason.

Einen großen Teil der Einnahmen verdankt das kalifornische Unternehmen, das sich ursprünglich mit seinen ebenso bedienerfreundlichen wie effektiven Suchmaschinen einen Namen machte, dem Anzeigenmarkt. Experten werten dies als besonders positives Indiz für eine breite Erholung der Werbebranche, die in den vergangenen Quartalen stark gebeutelt wurde. „Im abgelaufenen Quartal hat Yahoo in diesem Kerngeschäft den Umsatz um 20 % gesteigert, und das ist ein Zeichen dafür, dass auch die Blue-Chip-Unternehmen wieder mehr Anzeigen online schalten“, sagt Analyst Safa Rashtchy von US Bancorp Piper Jaffray. „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies ein einmaliges Ereignis war“, fügt er hinzu. Vielmehr könnte die Erholung der Branche näher sein als bisher gedacht. Und auch die Firmenleitungen blicken offenbar wieder optimistisch in die Zukunft: „Wer derzeit Anzeigen schaltet, gibt nicht nur ein größeres Stück des Budgets an Yahoo, sondern unterschreibt auch längerfristigere Verträge als zuvor“, beobachtet Jeetil Patel von Deutsche Bank.

Bei Yahoos eigenen Internetdiensten steigen derweil die Einnahmen pro Nutzer. Zurzeit erzielt der Webdienst monatlich etwa einen halben Dollar Umsatz pro Benutzer, fast ein Fünftel mehr als im vergangenen Jahr, schätzt Lanny Baker von Citigroup Smith Barney: „Und in den nächsten paar Jahren kann sich dieser Wert möglicherweise noch verdoppeln.“



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