Papiere des Handelskonzerns gelten als solide aber langweilig
Metro-Aktien fehlt der Schwung

Unter den Titeln des Deutschen Aktienindex (Dax) ist die Aktie des Handelkonzerns Metro eine feste, aber kaum dynamische Größe. Während der Index seit Anfang des Jahres gut acht Prozent zugelegt hat, dümpeln die Metro-Papiere um 42Euro seitwärts. Immerhin: Mit überraschenden Kursverlusten brauchen die Anleger nach Ansicht von Analysten auch nicht zu rechnen.

DÜSSELDORF. Mehr als die Hälfte der 56,4Mrd. Euro Umsatz erzielte die Düsseldorfer Gruppe im vergangenen Jahr in Deutschland. „Der Konsum in Deutschland bleibt schwach, daher war es für die Metro-Aktien schwierig, sich vom allgemeinen Markttrend abzusetzen“, sagt Volker Bosse, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Zwar wachsen Umsatz und Gewinn stetig, doch beim Thema Einzelhandel geraten Investoren in Europa momentan nicht gerade ins Schwärmen.keine Stark abhängig von deutschem Markt, mehr als die Hälfte des Geschäfts mit deutschen Verbrauchern. Dank seiner Expansion im Ausland konnte der Konzern im vergangenen Jahr den Umsatz um sechs Prozent steigern. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 7,7Prozent. Die Anteilseigner erhielten 2004 rund einen Euro Dividende – eine Rendite von 2,5Prozent. In diesem Jahr bleibt die Dividende voraussichtlich gleich. Wachstumsträger des Konzerns sind die Cash & Carry-Märkte und die Elektronik-Ketten Media Markt und Saturn. „Die Märkte sind Erfolgsmodelle im Einzelhandel, sie zeichnen sich durch eine geringe Kapitalbindung und hohe Renditen aus“, sagt Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg – Konzepte, die sich gut ins Ausland exportieren lassen. In den vergangenen Jahren expansierte Metro verstärkt.Weil der Warenumschlag in den C & C-Märkten so schnell läuft, hat Metro die Produkte oft schon verkauft, bevor die Lieferanten bezahlt sind. Auf diese Weise verschafft sich der Bereich günstige kurzfristige Kredite auf Kosten der Lieferanten. Doch dieses Konzept funktioniert nicht in allen Bereichen. Vor allem die großen Einkaufsmärkte der Ketten Real und Extra entwickeln sich weniger dynamisch als Media Markt und C & C. Dass in der vergangenen Woche Real-Chef Uwe Hölzer überraschend zurück getreten ist, werten Analysten als negatives Zeichen. „Bei Real und Extra steht der Konzern unter Anpassungsdruck. Der Vorstandswechsel ist ein Zeichen, dass es bei Real nicht so gut gelaufen ist“, sagt Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Er sieht 44 Euro als fairen Wert für Metro-Titel an.

Die negative Konsumstimmung und die Debatte um eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung nach der Bundestagswahl könnten den Kurs kurzfristig sogar drücken, sagt Schindler. Auch Kleibauer sieht für die Aktie nur wenig Potenzial nach oben. Er senkte in der vergangene Woche seine Einstufung des Titels von „kaufen“ auf „halten“. „Metro hat zwar ein stabiles Geschäftsmodell und Wachstum in zwei wichtigen Sparten, allerdings ist der Markt sehr wettbewerbsintensiv“, sagt Kleibauer. Deswegen will Metro Real und Extra stärker verzahnen.Nicht nur in den großflächigen Einkaufsmärkten, sondern auch in den Kaufhäusern sei das Geschäft schwierig. „Immerhin hat die Metro-Tochter Kaufhof früher als Karstadt das Standortnetz optimiert.“ die neben Lebensmitteln auch andere Waren verkaufen legte vergangene Woche sein Amt nieder.Problematisch momentan Entwicklung großflächiger Lebensmittel-Einzelhandel. Real und Extra. Real-Chef gefeuert.

Der angekündigte Verkauf der Baumarkt-Kette Praktiker löst bei den Experten auch keine Kursfantasien aus. Vergangene Woche hatte Metro-Chef Hans-Joachim Körber angekündigt, die Investmentbank JP Morgan prüfe im Auftrag des Konzerns, Praktiker an die Börse zu bringen oder an Investoren zu verkaufen. „Wenn der Verkauf von Praktiker klappt, ist nicht damit zu rechnen, dass der Aktienkurs durch die Decke geht“, sagt HVB-Analyst Bosse. Es gehe schließlich um den Verkauf einer profitablen Einheit, die im Vergleich zu den Wachstumsfeldern Cash & Carry und Elektronikmärkte lediglich zu kapitalintensiv sei. Anders als in C & C-Märkten liegen die Produkte im Baumarkt deutlich länger im Regal.

„Mit dem Verkauf kann Metro eine Straffung der Portfolio-Segmente erreichen und sich stärker auf die strategischen Wachstumsbereiche konzentrieren“, sagt Bosse. Kleibauer geht davon aus, dass der Praktiker-Verkauf die Kapitalstruktur des Konzerns verbessern würde. „Wenn der Erlös zum Abbau von Schulden eingesetzt wird, könnte sich sogar das Rating verbessern“, sagt er. Allerdings sei der Geschäftsbereich im Vergleich zu anderen so klein, dass der Verkauf nur Aber nur kleiner Geschäftbereich, wenig Einfluss auf Gesamtkonzern.wenig Einfluss auf den Metro-Kurs hätte. , Analyst bei der HypoVereinsbank.

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