Papierkonzern wird seine Vorjahresergebnisse wohl nicht erreichen.
Tiefe Kurse locken bei Sappi zum Einstieg

Papieraktien sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven oder wenig Geduld. Denn vielen Annahmen zum Trotz hat sich der Einbruch in der Papierbranche nicht nur als ausgesprochen heftig, sondern auch als sehr hartnäckig erwiesen.

KAPSTADT. Zwar haben einige Unternehmen wie der südafrikanische Papierkonzern Sappi erste Anzeichen einer Markterholung für eine – längst überfällige – Preiserhöhung genutzt, doch konnten sie sich damit nur bedingt durchsetzen. Trotz der hohen Auslastung vieler Papiermühlen sind die Verkaufsvolumina in den USA und in Europa wieder gefallen – und mit ihnen die Margen und der Aktienkurs des Herstellers von Hochglanzpapier.

Angesichts der anhaltend schwierigen Marktlage hat Merrill Lynch seine Gewinnprognose für Sappi nach unten geschraubt. Das Investmenthaus rechnet nun erst für 2006 mit einem nachhaltigeren Gewinnanstieg. Sappi selbst hat diese Einschätzung bestätigt: Am Freitag räumte das Management ein, dass der Gewinn 2004/05 (30. September) nicht an das Vorjahresergebnis heranreichen dürfte. „Der jüngste Quartalsausblick war alles andere als befriedigend“, urteilt David Brennan von Andisa Securities in Johannesburg. Er erwartet nun für 2005 ein Ergebnis, das noch unter seinen bisherigen Vorhersagen liegt. Ähnlich skeptisch äußerte sich Stephen Roelofse vom Finanzdienstleister Sanlam Investment Managers. Der Blick in die nahe Zukunft verheiße für Sappi wenig Gutes.

Kein Wunder, dass einem Teil der Anleger nach der jüngsten Enttäuschung der Geduldsfaden gerissen ist: Nachdem der weltweit größte Hersteller von Hochglanzpapier Anfang Mai erneut vor höheren Material- und Wartungskosten gewarnt hatte, fiel die Aktie vor drei Wochen postwendend auf unter 60 Rand (73,20 Euro) und damit auf den tiefsten Stand in mehr als drei Jahren. Morgan Stanley hat die Aktie im Anschluss hochgestuft. Der Kurs erholte sich daraufhin leicht, doch liegt die Aktie nur bei wenig mehr als einem Drittel ihres Allzeithochs von 162 Rand, auf das Sappi im März 2002 geklettert war – kurz nach der Rücktrittsankündigung seines langjährigen Chefs Eugene van As.

Van As hatte Sappi während seiner fast 25-jährigen Amtszeit zu einem echten Global Player gemacht: Heute entfallen 46 Prozent des Umsatzes auf Europa und rund 34 Prozent auf Nordamerika. Die restlichen 20 Prozent teilen sich China und Südafrika. Allerdings steuert die Kap-Republik trotz ihrer immer geringeren Beteiligung am Gesamtumsatz noch rund ein Drittel zum Betriebsgewinn des Konzerns bei.

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