Personaldienstleister
Anleihemarkt soll Adecco beim Aktienrückkauf helfen

Aktien im Wert von bis zu 400 Millionen Euro will Adecco zurückkaufen. Dafür nutzen die Schweizer den attraktiven Markt für Unternehmensanleihen. Die Nachricht kam auch an der Börse durchaus gut an.
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ZürichDer Personaldienstleister Adecco will sich die schwachen Kapitalmärkte gleich doppelt zunutze machen: So wollen die Schweizer eigene Aktien für bis zu 400 Millionen Euro zurückkaufen. Die Mittel dafür will sich Adecco auf dem Anleihemarkt besorgen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unternehmensanleihen sind derzeit bei Investoren begehrt, nachdem Staatsanleihen vieler Länder wegen der Schuldenkrise in Verruf geraten sind.

"Das Programm unterstreicht Adeccos Bekenntnis, seine Kapitalstruktur zum Vorteil der Aktionäre zu verwalten, ohne die Wachstumschancen und finanzielle Flexibilität der Gruppe zu gefährden", teilte das Unternehmen mit. Adecco ist nach früheren Angaben offen für kleinere Zukäufe, will aber keine Großübernahmen tätigen. Anfang des Jahres erwarb der Konkurrent der niederländischen Randstad und des US-Konzerns Manpower für 90 Millionen Euro die japanische Firma VSN.

An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Adecco-Aktien stiegen um 3,5 Prozent auf 38,60 Franken. Allerdings haben die Titel im vergangenen Jahr 35 Prozent an Wert verloren. Zum aktuellen Kurs und bei Ausschöpfung der gesamten Rückkaufsumme könnte der Konzern, der an der Börse gut sechs Milliarden Euro wert ist, fast sieben Prozent des ausstehenden Kapitals zurückkaufen.

Analysten bewerteten die Rückkaufpläne grundsätzlich positiv. Angesichts der Niedrigzinspolitik der Notenbanken und der nach Anlagemöglichkeiten suchenden Investoren könnten Anleihen derzeit günstig platziert werden, hieß es. Sie gaben allerdings auch zu bedenken, dass im gegenwärtig fragilen Konjunkturumfeld mit einer höheren Verschuldung auch Risiken verbunden seien. Nachdem Adecco erst jüngst die Spanne für die Gewinnausschüttung angehoben habe, sei der Aktienrückkauf eine Überraschung, erklärte Kepler-Analyst Matthijs Van Leijenhorstals.

Adecco hatte im März erklärt, künftig 40 bis 50 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausschütten zu wollen. Für 2011 wurde die Dividende um zwei Drittel auf 1,80 Franken je Aktie erhöht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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