Petrotec und Biogas Nord
Biofirmen wollen weiter an die Börse

Ungeachtet der Probleme beim Börsenstart des Biokraftstoff-Herstellers Verbio und des schlechten Börsenstarts von Crop Energies und BDI Biodiesel streben weitere Kandidaten aus dem Bereich der Regenerativen Energien an die Börse. Wie aus Finanzkreisen verlautete, planen der Borkener Biodiesel-Hersteller Petrotec sowie die Bielefelder Biogas Nord in Kürze ihre Börsendebüts.

HAMBURG / FRANKFURT. Am gestrigen Mittwoch hatte Verbio, Deutschlands Marktführer bei Biokraftstoffen, die Zeichnungsfrist für seine insgesamt 18,2 Millionen Aktien bis Freitag verlängert und die Preisspanne auf 14 bis 15 Euro gesenkt. Die Erstnotiz ist nun für den kommenden Montag geplant. Ursprünglich sollten die Aktien bereits seit Mittwoch an der Börse notiert sein, zu der Preisspanne von 17 bis 21 Euro fanden sich jedoch nicht genug interessierte Investoren.

„Wir haben ein völlig anderes Geschäftsmodell, deswegen sind wir auch nicht vergleichbar“, lässt Roger Boeing, Vorstandschef von Petrotec, keine Vergleiche zu Verbio zu. Im Unterschied zum großen Wettbewerber stellt sein Unternehmen Biodiesel nicht aus Rapsöl, sondern aus Altspeisefetten her. Das ist in der Beschaffung um bis zur Hälfte billiger. Mit dem Material, das ein eigener und fremde Sammeldienste bei McDonald’s und Co. einsammeln, produzierte Petrotec im vergangenen Jahr 85 000 Tonnen Biodiesel, Ziel sind 485 000 Tonnen in den kommenden Jahren.

Geplant ist nun ein Listing im deutschen Premiumsegment Prime Standard. Konsortialführer ist UBS, daneben gehören Sal. Oppenheim und die Bayerische Landesbank dem Konsortium an. Der Großteil der angebotenen Aktien soll aus einer Kapitalerhöhung kommen, nur ein kleiner Teil von Altaktionären. Den Emissionserlös will Vorstandschef Boeing zum einen in den Ausbau der Produktion, des weiteren in den eigenen Sammeldienst investieren.

Auf Investorenseite setzte Petrotec unter anderem auf die immer bedeutenderen Anbieter nachhaltiger Fonds, die bereits reges Interesse an der Aktie signalisiert haben sollen. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 27 Mill. Euro und dabei eine Marge auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 22,5 Prozent.

Biogas Nord plant hingegen Mitte November ein Listing am weniger streng reglementierten Entry Standard der Frankfurter Börse. Zuvor beabsichtigt der Anbieter von Biogasanlagen nach einer Kapitalerhöhung auf 1,75 Mill. Euro, rund 250 000 Aktien im Wege einer Privatplatzierung auszugeben.

Den Emissionserlös aus der Platzierung will die Gesellschaft vor allem für das Auslandswachstum nutzen. „Wir wollen bei der Installation von Biogasanlagen dort so schnell und früh wie möglich dabei sein,“ erklärt Gerrit Holtz, Gründer und Vorstandsvorsitzender. Zum Emissionsvolumens machte er keine Angaben. Laut Finanzkreisen sollen es zwischen fünf bis zehn Mill. Euro sein. Emissionspartner sind die Close Brothers Seydler sowie die Weser Bank.

Biogas Nord hat bereits 150 Biogasanlagen installiert und damit so viele wie der Konkurrent Schmack Biogas, dessen Aktie seit Mai erfolgreich an der Börse gelistet ist. Dies entspreche knapp acht Prozent aller in Deutschland errichteten Biogasanlagen, teilte Biogas Nord mit. Das Unternehmen will den Umsatz 2006 auf 26,2 (2005: 16,3) Mill. Euro und 2007 auf 38,6 Mill.Euro steigern. Der Jahresüberschuss lag 2005 bei 0,2 Mill. Euro und soll 2006 auf 1,8 Mill. Euro klettern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%