Peugeot-Aktie bricht ein
Staat steigt ein, Anleger nehmen Reißaus

An der Börse kursieren Gerüchte, dass der französische Staat und ein chinesischer Staatskonzern bei Peugeot einsteigen wollen. Die Aktie des Autobauers brach daraufhin um mehr als zehn Prozent ein.
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Paris/FrankfurtSpekulationen um eine Teilverstaatlichung haben Peugeot am Montag auf Talfahrt geschickt. Insidern zufolge wollen Frankreich und der chinesische Staatskonzern Dongfeng im Rahmen einer 1,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung beim angeschlagenen Autobauer einsteigen. Peugeot-Aktien brachen daraufhin an der Pariser Börse um bis zu 11,5 Prozent ein und waren mit einem Tagestief von 10,94 Euro so billig wie zuletzt Anfang September. Das ist der größte Tagesverlust seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Am frühen Mittag ist die Aktie wieder leicht auf über 11 Euro gestiegen.

Zuvor hatte PSA in einer kurzen Mitteilung Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung dementiert. Es gebe zwar Verhandlungen mit „verschiedenen Partnern“, keines dieser Projekte befinde sich aber derzeit in einem „Stadium der Reife“.

Eine solche Kapitalerhöhung würde den Einfluss der bisherigen Aktionäre schmälern, weswegen ein Kursverlust der Peugeot-Aktien an der Pariser Börse erwartbar war. In der Vergangenheit war immer wieder über einen Einstieg von Dongfeng bei Peugeot spekuliert worden. „Die - aus unserer Sicht negative - Neuigkeit ist die potenzielle massive Beteiligung des französischen Staates“, sagte ein Börsianer. „Dies könnte das Unternehmen unregierbar machen.“

Peugeot leidet besonders unter der Krise auf dem europäischen Automarkt, wo es nach wie vor den Großteil seiner Fahrzeuge verkauft. 2012 brach der Absatz von Fahrzeugen des Konzerns weltweit um 16,5 Prozent ein, der der Autobauer musste den höchsten Nettoverlust seiner Geschichte verkraften. Der Konzern hat bereits einen drastischen Sparplan beschlossen, der die Streichung von 11.200 Stellen bis Mai 2014 vorsieht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Peugeot-Aktie bricht ein: Staat steigt ein, Anleger nehmen Reißaus"

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  • Kennt ihr den Witz, wieso Bauern beim Geschlechtsverkehr jammern, ganz einfach, der Samen wird nicht Subventioniert.

  • Die Staatswirtschaft hat doch schon begonnen. Die EU hat die Hilfen des franz. Staates für die Peugeot Bank, über die die Absatzfinanzierung läuft, gestattet. Die Franzosen setzen Ohrenschützer der Dinge mit der Brechstange in Brüssel durch! Dagegen ist die Verschiebung der Emmissionsgrenze von 4 Jahren regelrecht Peanuts !

  • @EUStaatswirtschaft

    lässt sich da überhaupt noch etwas verzerren? Gibt es da eine Steigerung? : verzerrt, verzerrter, am verzerrtesten?

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