Pharmahändler
Rauswurf von Celesio-Chef verprellt Anleger

Überraschend setzt der Konzern seinen Chef vor die Tür. Analysten ahnen schon, warum. Aus Angst vor dem künftigen Kurs des Unternehmens fliehen Anleger nun scharenweise aus den Aktien der Stuttgarter.
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FrankfurtNach der überraschenden Entlassung des Celesio-Chefs Markus Pinger sind die Anleger am Donnerstag in Scharen aus den Aktien des Pharmahändlers geflohen. „Die Abberufung von Pinger sorgt für Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens“, urteilte LBBW-Analystin Barbara Ambrus. Die Titel des Stuttgarter Konzerns rutschten bei hohen Umsätzen um knapp sieben Prozent ab und waren damit größter Verlierer im MDax. Schon nach dem Paukenschlag am Mittwochnachmittag war die Aktie zeitweise um sieben Prozent eingebrochen.

Der Celesio-Aufsichtsrat hatte den ehemaligen Beiersdorf -Manager Pinger nach nicht einmal zwei Jahren an der Spitze des Traditionsunternehmens vor die Tür gesetzt. Als Grund nannte Celesio unterschiedliche Auffassungen zur Führung des Unternehmens.

Nach Aussagen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen hatte sich Pinger mit der Spitze der Muttergesellschaft Haniel überworfen. Das Duisburger Familienunternehmen hält derzeit 50,01 Prozent an Celesio. Dort hieß es knapp, Haniel stehe hinter der Entscheidung des Celesio-Aufsichtsrats.

An der Börse wird nun befürchtet, dass mit dem Rauswurf von Pinger die Überlegungen zu einer großangelegten Partnerschaft mit einem US-Konzern erst einmal vom Tisch sind. Diese hatten der Celesio-Aktie zuletzt kräftig Auftrieb gegeben. „Die Fantasie, dass ein großer US-Konkurrent ein Angebot für alle Celesio-Aktien machen könnte, dürfte allerdings vorerst geplatzt sein“, sagte LBBW-Analystin Ambrus.

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Haniel will sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen

Kommentare zu " Pharmahändler: Rauswurf von Celesio-Chef verprellt Anleger"

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  • Die Frage ist, wer vom versprengten Vorstandsrest den Kurs nun vorgibt.

    Der Finanztante fehlt der Background komplett (Branchenkenntnis, bisherige Funktionen in Unternehmen etc.).

    Der Vertriebsonkel scheint nicht der Reißer, eher der Stolperstein.

    Also gibts wieder einen Neuen.

    Neue Namen neues Glück.

    Klar, daß diese Unsicherheit dem Kurs mächtig schadet. Und damit Haniel. Aber ist mit denen überhaupt noch zu rechnen? Die machten in den vergangenen 10 Jahren deutlich mehr Fehler (Kluge!!!) als sinnvolles. Schade, war mal ein Topkonzern.

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