Photovoltaik-Spezialist profitiert vom Solarboom
Sunline-Aktie kommt zu 5,30 Euro an die Börse

Mit der Sunline AG wagt ein weiterer Systemanbieter von Solartechnik den Sprung an die Börse. Noch bis zum 12. Oktober können Anleger die Aktien des Unternehmens zum Festpreis von 5,30 Euro zeichnen. 1,3 Millionen Stückaktien werden ausgegeben, gehandelt wird das Papier im Münchener Freiverkehr. Die Emission wird begleitet vom Wertpapierhandelshaus Baader.

fas MÜNCHEN. „Wir könnten erfolgreicher sein, wenn wir mehr Kapital hätten“, sagt Firmengründer Wolfgang Wismeth. 27 Prozent der Aktien gehen in die Emission, die restlichen Anteile des Unternehmens hält er überwiegend selbst. Der Diplomkaufmann hat das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau, die auch Aufsichtsratsvorsitzende von Sunline ist, vor 19 Jahren gegründet. Ursprünglich kommt das Ehepaar aus der Anti-Atomkraftbewegung, man habe zeigen wollen, dass sich Energie auch anders erzeugen lässt, sagt Wismeth. Es folgten kleine Projekte zur Energiegewinnung. Sunline lieferte so genannte Inselanlagen, also netzunabhängige Solaranlagen, die Kleingartenhäuschen oder Campingplätze mit Strom versorgen.

Die Branche boomt, seit vor allem in Deutschland über das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) jede Kilowattstunde Strom, die aus Sonne oder Wind gewonnen wird, zu einem vielfachen des üblichen Marktpreises vergütet wird. So erhält ein Solaranlagenbetreiber für die Kilowattstunde derzeit 54,4 Cent, während an der Strombörse in Leipzig Preise um die fünf Cent bezahlt werden. Die Folge: Ein regelrechter Nachfrageboom nach Solaranlagen beschert der Branche immense Umsätze. Auch Sunline profitiert. So stieg der Umsatz von 13,4 Mill. im Jahr 2002 auf über 33 Mill. Euro im vergangenen Jahr, bei einem Ergebnis (Ebit) von rund 0,7 Mill. Euro. Nach Wismeths Aussagen sollen die Einnahmen in Höhe von rund sechs Mill. Euro vor allem für den Einkauf von Solarmodulen genutzt werden. Deren Preis ist in Folge der hohen Nachfrage und des Siliziumsmangels enorm gestiegen. Sunline muss diese Käufe derzeit mit teuren Bankkrediten vorfinanzieren.

Anders als Unternehmen wie Phönix oder Solarworld ist Sunline nicht in der Produktion, sondern im Vertrieb von Solarzellen aktiv. Viele Solarunternehmen, die an der Börse notiert sind, haben ihren Anlegern bislang hohe Gewinne beschert. „Den Anbietern von Solartechnik werden derzeit ihre Produkte aus den Händen gerissen.“, sagt Solarexperte Patrick Hummel von der Landesbank Baden-Württemberg.

Doch die Sonderkonjunktur wird wohl nicht von Dauer sein. „Die Politik wird nicht tatenlos zusehen, wie die Unternehmen sprudelnde Gewinne mit der Förderung machen“, sagt Hummel. „Es ist damit zu rechnen, dass 2008 das Erneuerbare Energiengesetz novelliert wird.“ Eine Rückführung der Förderung auf Null ist zwar unwahrscheinlich, aber auch ein Kappen der derzeit üppigen Vergütung würde nach Meinung von Hummel im Markt sofort durchschlagen. „Unternehmen am Ende der Wertschöpfungskette, vor allem im Handel und im Vertrieb, bekommen dann größere Probleme als die eher international aufgestellten Produzenten von Solartechnik.“

Für den Fall will Sunline vorbauen. Neben einer Ausweitung des Geschäftes auf Spanien und Italien will Sunline eine Reihe von Patenten marktfähig machen, sagt Firmenchef Wismeth. Dazu gehört eine solarbetriebene Wasserentkeimungsanlage und eine solarbetriebene Straßenlaterne.

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