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Pictet erwartet im Jahr 2011 schwankungsfreudige Märkte

Frankfurt (dpa-AFX) – Das Jahr 2011 dürfte nach Meinung der Experten der schweizerischen Privatbank Pictet eine große Schwankungsbreite an den Märkten zeigen.

Frankfurt (dpa-AFX) - Das Jahr 2011 dürfte nach Meinung der Experten der schweizerischen Privatbank Pictet eine große Schwankungsbreite an den Märkten zeigen. "Wir glauben, dass es ein volatiles Jahr wird", sagte Alfred Roelli, Leiter der Finanzanalyse bei Pictet, am Dienstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Das heiße aber nicht, dass es ein schlechtes Jahr werden müsse. Insgesamt sei durchaus mit "akzeptablen Wachstumsraten" zu rechnen. "Netto sehen wir weder einen Bären- noch einen Bullenmarkt", sagte Roelli. Voraussetzung dafür sei, dass die expansive amerikanische Wirtschaftspolitik einigermaßen funktioniere. Während die Aktienmärkte gute Anlagemöglichkeiten böten, sei das Risiko für Rückschläge auf dem Rentenmarkt sehr groß.

Im Gegensatz zu anderen Investoren habe Pictet sein Engagement in Schwellenländern abgebaut, insbesondere in China, sagte Roelli. Zwar hätten diese Länder 2010 mehr als 40 Prozent zum Wachstum der Weltwirtschaft beigetragen, doch sei vieles von den Anlegern schon "antizipiert" worden. Insofern sollte man sich vor möglichen Rückschlägen in Acht nehmen und "nicht blindlings einsteigen". Die Region berge Risiken, etwa in Form politischer Krisen, die hochkochen könnten. Grundsätzlich sagen die Experten von Pictet eine Entkoppelung der entwickelten Märkte von den Märkten in Schwellenländern voraus. Während die Industrieländermärkte ein "stabiles Plateau" erreicht hätten, seien die Bewertungen in Schwellenländern zum Teil hoch.

Es sei etwa anzuzweifeln, ob das Wachstum in China nachhaltig sei, sagte Roelli. Dort sei der Anteil der Kapitalinvestitionen am Bruttosozialprodukt sehr hoch. "Da muss das Risiko für Fehlinvestitionen einfach sehr hoch sein." Zum anderen könnten Probleme auf dem Immobilienmarkt problematisch für die gesamte Wirtschaft des Landes werden, weil viele Unternehmen an diesem Markt hingen - etwa die Stahlkonzerne. "Und die Kapazitäten sind viel zu hoch, das kann langfristig keinen Sinn machen", sagte Roelli. Zudem seien die Margen bei vielen chinesischen Unternehmen extrem niedrig. "Geringste Verwerfungen können dazu führen, dass sie in die Verluste rutschen." Die Wirtschaft sei daher anfällig für Rückschläge. Vor diesem Hintergrund empfehle er eher Investitionen in Unternehmen, die in Schwellenländern stark seien anstelle von direkten Investitionen in die Länder.

Optimistischer blickt Pictet auf die Entwicklung in den USA. Es sei zwar nicht so, dass die amerikanische Wirtschaft "hervorragend positioniert" sei, aber es gebe hoffnungsvolle Tendenzen etwa bei den Exporten und den Anlageinvestitionen. "Auch der Arbeitsmarkt fasst Tritt", sagte Roelli. Im Vergleich dazu verlaufe die Beschäftigungsentwicklung im Euroraum schlechter.

Mit Blick auf die großen Währungen der Welt betonte Roelli, dass die Wechselkurse den Gleichgewichtswerten nahe gekommen seien und die Währungen insofern einigermaßen fair bewertet seien. "Zuvor waren der Yen und der Euro einfach überbewertet", sagte er mit Blick auf das Verhältnis zum Dollar. Insgesamt könne nach rund 30 Jahren mit fallenden Inflationsraten derzeit von einer einer "vorinflationären Umgebung" gesprochen werden. Das Thema Inflation sollte umso mehr auf die Agenda kommen, je länger die Weltwirtschaft wachse, sagte Roelli.

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