Platzierungsverfahren: Daimler- und EADS-Aktien klettern nach oben

Platzierungsverfahren
Daimler- und EADS-Aktien klettern nach oben

Mit der Platzierung von gut 61 Millionen Aktien am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat Daimler einen Erlös von 2,2 Milliarden Euro eingeholt. Die Aktien der Unternehmen profitieren kräftig von dem Verkauf.
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StuttgartDaimler steigt endgültig bei EADS aus. Mit der Platzierung der noch verbliebenen gut 61 Millionen Aktien des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns erlöste der Autobauer am Mittwoch gut 2,2 Milliarden Euro. Im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens seien die Aktien zu je 37 Euro an internationale Anleger veräußert worden, teilte Daimler in Stuttgart mit. Die Nachfrage sei "stark" gewesen, die EADS-Aktien waren am Dienstag mit 37,20 Euro aus dem Börsenhandel gegangen. EADS erwarb rund 16 Millionen Aktien im Wert von 600 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf des Restanteils in Höhe von 7,5 Prozent verabschiedete sich Daimler 13 Jahre nach Gründung von dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen. EADS hatte Daimler immer wieder hohe Verluste eingebrockt. Wegen der Beteiligung an der Produktion von militärischen Gütern hatten sich die Schwaben zudem bei Aktionären oftmals Kritik eingehandelt. Daimler war im Jahr 2000 eines der Gründungsunternehmen von EADS, Herzstück ist der Flugzeugbauer Airbus.

Die Aktien von Daimler und EADS haben am Mittwoch kräftig vom Verkauf der EADS-Restbeteiligung durch den Autobauer profitiert. Die Titel der Stuttgarter legten als Reaktion um knapp ein Prozent auf 39,860 Euro zu. Für die Aktien des größten europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns ging es sogar um nahezu fünf Prozent auf 38,90 Euro nach oben. Der Dax legte zeitgleich lediglich um 0,37 Prozent zu. Für Daimler ergeben sich aus dem Verkauf der EADS-Aktien Erlöse von rund 2,2 Milliarden Euro.

Händler berichteten über ein großes Interesse an den EADS-Titeln am Markt. Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz zeigte sich überrascht vom frühen Zeitpunkt der Transaktion, ursprünglich war ein Verkauf im Sommer anvisiert. Die Aktionäre dürften die Fokussierung auf das Autogeschäft begrüßen. Zudem entsprächen die Erlöse fast genau der Summe, die nötig sei, um den Aktionären eine unveränderte Dividende von 2,20 Euro je Aktie zu zahlen, erklärte der Analyst.

Daimler kämpft derzeit mit schwachen Pkw-Absatzzahlen in Europa und China sowie einem vergleichsweise geringeren Free Cashflow. Den Milliardenerlös will Daimler in sein Kerngeschäft stecken und sichert damit zugleich seine Dividendenfähigkeit. "Wir werden den Erlös der Veräußerung in das globale Wachstum unserer Geschäftsfelder und den Ausbau unserer technologischen Spitzenposition investieren", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber.

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