"Playbook" belastet: RIM-Aktie im freien Fall

"Playbook" belastet
RIM-Aktie im freien Fall

Die kostenintensive Entwicklung des iPad-Herausforderers "Playbook" lässt die Gewinne bei Research In Motion (RIM) schmelzen. An den US-Börsen wird die Aktie abgestraft.
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Den BlackBerry-Hersteller Research in Motion kommen die Investitionen in seinen lang erwarteten iPad-Rivalen "Playbook" teuer zu stehen. Zeitgleich mit dem Verkaufsstart der zweiten Version von Apples Tablet-Computer-Bestseller in Deutschland erschreckte RIM seine Anleger mit der Aussicht auf kräftige Gewinneinbußen. Branchenexperten äußerten zudem Zweifel daran, ob das "Playbook" gegen das iPad überhaupt eine Chance hat. Der kanadische Konzern fürchtet zu allem Überfluss auch noch Lieferengpässe wegen der Naturkatastrophe in Japan. RIM-Aktien stürzten daraufhin im frühen Handel am Freitag um zehn Prozent ab.

Im abgelaufenen Vierteljahr bescherten RIM zwar solide Verkäufe seines neuen Smartphones Torch einen Gewinnsprung um fast ein Drittel, wie das Unternehmen Donnerstagabend mitteilte. Dies geriet bei den Börsianern jedoch schnell in Vergessenheit, die sich auf den weniger rosigen Ausblick konzentrierten. "Das vergangene Quartal war völlig in Ordnung. Die Prognosen für das neue Quartal kann man vielleicht nicht "schockierend' nennen, aber sie sind doch zumindest sehr schwach", sagte Matthew Thornton von Avian Securities.

RIM muss viel Geld ins "Playbook" pumpen, um Apples Vorsprung auf dem boomenden Markt für Tablet-Computer aufzuholen. Das "Playbook" soll in den USA am 19. April in die Läden kommen. Zudem will RIM das Betriebssystem des "Playbook" spätestens Anfang 2012 auf seine Smartphones ausweiten. Einige Analysten befürchten, dass sich RIM dabei zu viel vorgenommen hat. "Hier will eine einzelne Firma - auch wenn sie sehr gut ist -, der gesamten Entwicklung von Apples Betriebssystem OS die Stirn bieten", sagte Ed Snyder von Charter Equity. "Gleichzeitig muss sie mit den Programmierern Apps entwickeln, die Hardware bauen und mit den Telefongesellschaften arbeiten. Jede Firma, die das alleine versucht, wird wahrscheinlich scheitern."

Im laufenden Quartal peilt RIM lediglich einen Gewinn je Aktie zwischen 1,47 und 1,55 Dollar an, während sich Branchenexperten 1,65 Dollar versprochen hatten. Im abgelaufenen Quartal verdiente RIM netto 934 Millionen Dollar und verzeichnete einen Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar. Vor allem in vielen Schwellenländern konnte RIM Erfolge feiern. Gleichzeitig jedoch verliert der Konzern in den USA ständig Marktanteile - viele Verbraucher entscheiden sich dort für Apples iPhone oder Geräte mit der Google-Software Android.

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