Plus 7,5 Prozent
Ingenico profitiert von Google Wallet

Der französische Dienstleister Ingenico soll bei „Google Wallet“, dem neuen Bezahlsystem des Suchmaschinen-Unternehmens, mitarbeiten. Kaum ist das Gerücht bestätigt, schießen die Papiere um zeitweise 7,5 Prozent nach oben.
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DüsseldorfDer Internetriese Google macht Schlagzeilen damit, Kleingeld und Kreditkarte durch Handys ersetzen zu wollen. Heutiger Profiteur ist Ingenico – ein französisches Unternehmen, das auf Bezahlsysteme spezialisiert ist. An der Pariser Börse zogen die Aktien zeitweise um 7,5 Prozent an und notierten bei 32,9 Euro.

Am Freitag hatte das Unternehmen die Gerüchte bestätigt, für den neuen Dienst „Google Wallet“ mit Google zusammenzuarbeiten. Der Internetkonzern hatte bereits am Donnerstag seinen Bezahlservice vorgestellt, mit dem Smartphone-Besitzer künftig via Handy in Geschäften einkaufen können. Kleingeld und Kreditkarte würden damit überflüssig, daher der Name „Google Wallet“ („Google Portemonnaie“).

Das elektronische Portemonnaie wird zunächst probeweise in einigen amerikanischen Großstädten eingeführt. „Ingenico ist in dieses Projekt eingebunden, deshalb profitieren die Aktien davon“, erklärte ein Analyst gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bei Bloomberg empfehlen derzeit elf Analysten die Aktie zum Kauf, zwei stufen sie mit "hold" ein, lediglich ein Analyst rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,89 Euro.

Bereits in den vergangenen zwölf Monaten war es für die Ingenico-Papiere kontinuierlich bergauf gegangen. Lag sie vor einem Jahr noch bei knapp 16 Euro, so hat sich der Wert bis heute mehr als verdoppelt.

Ingenico-Chef Philippe Lazare ließ bereits verlauten, dass diese Bezahlform traditionelle Bezahlsysteme und das Einkaufserlebnis selbst weiterentwickeln werde – Nutzer könnten mit „Google Wallet“ nicht nur bezahlen, sondern auch Rabatte und Geschenkkarten einlösen oder Punkte für Treue-Programme sammeln. Nach eigenen Angaben ist Ingenico mit mehr als 15 Millionen installierten Terminals bereits Weltmarktführer für Zahlungsgeräte.

Die Funktechnologie NFC (Near Field Communication) macht das digitale Kleingeld möglich. Anstatt wie bisher die Master- oder EC-Karte in ein Lesegerät zu stecken, werden dann Mobiltelefone an ein entsprechendes Gerät gehalten. Die Bezahltechnik gilt bisher als sicher, da die Daten nur auf einer kurzen Distanz übertragen werden.

Zuletzt hatte Ingenico ein etwas kurioses Projekt gestartet: Auch die Verkaufsautomaten „Media-Markt to Go“ und „Staurn Xpress“, aus denen statt Süßigkeiten, Getränken oder Zigaretten Elektrogeräte ausgegeben werden.

Ende vergangenen Jahres hatte der französische Staat eine Übernahme des erfolgreichen Mittelständlers durch einen amerikanischen Konzern verhindert.

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