Poco-Mutterkonzern

EZB stieß Steinhoff-Anleihen zunächst nicht ab

Die EZB hat trotz der Krise beim südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff an Anleihen des Unternehmens festgehalten. Nach den deutschen Behörden nimmt nun die Börse in Südafrika Steinhoff unter die Lupe.
Update: 11.12.2017 - 18:27 Uhr Kommentieren
Die Agentur „Bloomberg“ berichtete unter Berufung auf Insider, Steinhoff spreche mit Kreditgebern über ein Stillhalteabkommen bei einem 1,5 Milliarden-Euro-Kredit. Quelle: dpa
Steinhoff

Die Agentur „Bloomberg“ berichtete unter Berufung auf Insider, Steinhoff spreche mit Kreditgebern über ein Stillhalteabkommen bei einem 1,5 Milliarden-Euro-Kredit.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie EZB hat in der vergangenen Woche trotz der sich zuspitzenden Krise beim südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff an Anleihen des Unternehmens festgehalten. Dies geht aus Daten der Finnischen Notenbank hervor, die diese am Montag auf ihrer Webseite veröffentlichte. Die Währungshüter hatten Steinhoff-Anleihen mit Laufzeit bis 2025 im Rahmen ihres billionenschweren Wertpapier-Kaufprogramms erworben. Seit Mitte 2016 kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Firmenanleihen. Seitdem wurden bis Ende vergangener Woche über Länder hinweg insgesamt Schuldtitel von Unternehmen im Volumen von 130,2 Milliarden Euro gekauft. Finnlands Notenbank war für den Erwerb der Steinhoff-Anleihe zuständig.

Nach den deutschen Behörden durchleuchtet inzwischen auch die Börse in Südafrika das Unternehmen. Dort wird untersucht, ob es beim Möbelkonzern Regelverstöße im Zusammenhang mit früheren Veröffentlichungen gegeben hat. Gegen die Nummer Zwei hinter Ikea laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Der Konzern hatte die Veröffentlichung der Geschäftszahlen deswegen zuletzt verschoben. Die Ratingagentur Moody's hatte ihre Bonitätsnote für Steinhoff auf von „B1“ auf „Baa3“ heruntergesetzt. Damit werden Steinhoff-Anleihen als Ramsch bewertet.

Die Euro-Wächter dürfen zwar nur Anleihen erwerben, die das Gütesiegel „Investment Grade“ besitzen und somit nur eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit besitzen. Sie müssen aber diese Titel nicht verkaufen, falls sie nach dem Erwerb unter diese Grenze herabgestuft werden.

Die Aktien konnten indes zum Wochenbeginn ihre rasante Talfahrt zunächst stoppen. An der Frankfurter Börse legten die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Titel um mehr als 22 Prozent auf 58 Cent zu.

  • rtr
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