Portugal
Fonds trennen sich von Espirito-Santo-Aktien

Der Schuss ging nach hinten los: Während die portugiesische Bank Espirito Santo seine Anleger bei der Stange halten will, trennen sich reihenweise Aktienfonds von der Aktie der Bank. Indes gäbe es „Unregelmäßigkeiten“.
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Portugiesische Aktienfonds trennen sich von Aktien der Banco Espirito Santo, während die Bank ihre Anleger angesichts der finanziellen Krisen bei ihren Muttergesellschaften zu beruhigen versucht. „Wir haben uns zum Verkauf unserer ganzen Beteiligung an Banco Espirito Santo entschlossen, weil wir mehr Informationen über die Lage bei der Bank brauchen”, sagte Paulo Monteiro, Manager des Fonds Alves Ribeiro-Medias Empresas Portugal, im Gespräch mit Bloomberg News. „Es wird Zeit brauchen, bis eine Lösung zustande kommt, und wir benötigen mehr Visibilität.”

Der Kurs von Banco Espirito Santo, der Nummer zwei unter den Banken Portugals, ist um 56 Prozent eingebrochen - seit der Ankündigung, dass es bei Espirito Santo International (ESI) „Unregelmäßigkeiten” gebe. ESI ist eine der Muttergesellschaften der Bank und hatte letzte Woche Gläubigerschutz beantragt. Das Engagement der in Lissabon ansässigen Bank bei Unternehmen, die wie ESI zur Grupo Espirito Santo gehören, beläuft sich auf 1,18 Milliarden Euro. Das Kreditinstitut wartet den Restrukturierungsplan der Gruppe ab, um mögliche Verluste zu bewerten.

Wie Alves Ribeiro verkaufte auch Santander Accoes Portugal, der größte der sieben heimischen Fonds, die ausschließlich in portugiesische Aktien investieren, im zweiten Quartal 95 Prozent seiner Anteile an der Bank. Das zeigen die jüngsten Daten des portugiesischen Wertpapieraufsehers CMVM.

Millennium Accoes Portugal, ein weiterer Fonds mit Fokus auf portugiesische Aktien, verringerte den Daten zufolge seine Positionen bei Banco Espirito Santo im zweiten Jahresviertel um 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Black Rock, der weltgrößte Vermögensverwalter, trennte sich demnach am zweiten Juli von 24,6 Millionen Aktien der portugiesischen Bank, womit der Anteil auf 4,7 Prozent sank.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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