Aktien
Post knapp behauptet; 'Monopol wird nur teilweise beschnitten'

Ungeachtet einer bevorstehenden weiteren Liberalisierung des Postmarktes hat die Aktie der Deutschen Post am Mittwoch lediglich leichte Verluste verzeichnet und den Markt überflügelt.

dpa-afx FRANKFURT. Ungeachtet einer bevorstehenden weiteren Liberalisierung des Postmarktes hat die Aktie der Deutschen Post am Mittwoch lediglich leichte Verluste verzeichnet und den Markt überflügelt. Die Aktie gab bis 14.50 Uhr um 0,32 Prozent auf 15,69 Euro nach und war damit drittstärkster Wert im Leitindex, der Dax verlor zugleich 1,33 Prozent auf 3 911,44 Punkte. Die EU-Kommission hatte angekündigt, mit einem Ultimatum an die Bundesregierung die Öffnung des deutschen Postmarktes erzwingen zu wollen.

Analyst Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin erwartet kurzfristig keine Auswirkung auf das Geschäftsergebnis der Post. Denn das Unternehmen wisse, dass sein Monopol sowieso geöffnet werde. "Die Post weiß, dass sie damit umgehen muss." Zudem gehe es bei der aktuellen Diskussion nur um ein Segment des Monopols. Interessant wird nach Ansicht Huffs nun, wie der Bund mit dem Auftrag der EU umgeht.

Konkurrenten der Deutschen Post AG würden beim Sammeln, Sortieren und Frankieren von Sendungen rechtswidrig benachteiligt, entschied die Kommission am Mittwoch in Brüssel bei der Eröffnung eines EU-Verfahrens. Laut Kommission gehört die so genannte Postvorbereitung nicht zum geschützten Monopolbereich der Deutschen Post. Berlin hat nun zwei Monate Zeit, entsprechende Rechtsänderungen auf den Weg zu bringen. Die Deutsche Post kommentierte den Schritt Brüssels nicht.

"Eine derartige Liberalisierung wäre eindeutig negativ für die Deutsche Post", hieß es in einer Studie von equinet. Das Monopol werde gleichwohl nur zum Teil beschnitten. Den Berechnungen der Analysten zufolge könnte das Unternehmen im schlimmsten Fall 200 Mill. Euro pro Jahr von ihrem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Abschreibungen (Ebita) einbüßen. Da das Postmonopol nur bis 2007 gelte, könnten also die Ergebnisse dreier Jahre betroffen sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%