Postbank
Anlegervertreter hoffen auf höhere Übernahmeprämie

Die Deutsche Bank will für die Übernahme der Postbank 25 Euro je Aktie zahlen - keinen Cent mehr, hat Vorstandschef Josef Ackermann betont. Aktionärsvertreter glauben trotzdem, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Noch gebe es keine Not, das Angebot anzunehmen, raten sie Anlegern.
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HB FRANKFURT. Aktionärsvertreter spekulieren auf ein höheres Angebot der Deutschen Bank für die Postbank und raten den Investoren daher abzuwarten. "Es gibt im Moment überhaupt keine Not, das Angebot anzunehmen", sagte Klaus Nieding, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Anleger sollten mindestens bis zum 24. November abwarten, wenn die Annahmefrist ausläuft. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Preis nachgebessert wird."

Ähnlich äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Klaus Schneider: "Man kann zumindest darauf spekulieren, dass die Offerte angehoben wird."

Die Deutsche Bank, die die Mehrheit an der Postbank anstrebt, bietet deren freien Aktionären 25 Euro je Aktie - dies entspricht dem gesetzlich geforderten Minimum. Am Markt pendelt der Postbank-Kurs seit Tagen um diesen Preis, was zeigt, dass Investoren derzeit auf keine Erhöhung des Gebots mehr spekulieren.

Der Branchenprimus hält bislang knapp 30 Prozent an dem Bonner Institut. Weitere 30 Prozent sind im Streubesitz. Die Deutsche Post hält noch 40 Prozent an der Postbank - diese Anteile bekommt die Deutsche Bank über eine Pflichtumtauschanleihe und Optionen ab 2012.

Bankchef Josef Ackermann hat eine Erhöhung der Offerte an die Postbank-Aktionäre bereits ausgeschlossen. Sollte die Deutsche Bank die Schwelle von 50 Prozent nicht überschreiten, könnte sie am Markt weitere Aktien zukaufen, heißt es in Finanzkreisen. Es gebe aber keinen Zeitdruck.

Kritiker monieren, die Spanne zwischen dem Pflichtangebot und dem mit der Post vereinbarten Preis für die Umtauschanleihe von 45 Euro sei zu groß. Nach ihrer Ansicht muss die Deutsche Bank auch den anderen Anteilseignern diesen Preis zahlen.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" prüfen die ersten ausländischen Postbank-Anleger rechtliche Schritte. Die in Brüssel ansässige Aktionärsvereinigung Deminor erwäge eine Klage, um die Deutsche Bank zu einer höheren Offerte zu zwingen, schrieb die Zeitung und zitierte einen Deminor-Anwalt. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern. Bei deutschen Anlegern gebe es derzeit keine Klage-Überlegungen, erklärten DSW und SdK übereinstimmend.

Kommentare zu " Postbank: Anlegervertreter hoffen auf höhere Übernahmeprämie"

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  • Die Postbank ist doch ein Saftladen und Sanierungsfall. Seid doch froh, dass ihr Ackermann bekommt, vielleicht kriegt der die Sache wieder in den Griff. Da werden bankprodukte in Läden verkauft, die billige Kioske sind, Mitarbeiter, die wenig Ahnung haben.....
    Und wenn ihr 25 bekommt, seid froh, der reale Preis liegt eher bei 10.

  • Ohne die Offerte der Deutschen bank würde sich Postbank auf dem Kursniveau der Commerzbank bewegen.Falls also die Postbankaktionäre Stur bleiben,würde ich die Übernahme abblasen und die Postbank im Regen stehen lassen !

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