Potenzial weitestgehend ausgereizt
Charttechniker warnen vor Rückschlägen am Aktienmarkt

Seit Beginn der in Amerika im Oktober 2002 bzw. in Europa im März 2003 etablierten Aufwärtstrends war es um das mittelfristige Chance-Risiko-Verhältnis nicht so ungünstig bestellt, wie es momentan der Fall ist. Eines der tragenden Argumente stellen die „Elliott Waves“ dar.

HB BAD HOMBURG. Betrachtet man sich die Struktur der oben genannten Anstiege, zeigt sich, dass wir uns gegenwärtig im Endstadium einer nach den Regeln der „Elliotts“ jeweils fünfteiligen Impulsbewegung befinden. Dementsprechend ist hiernach in 80 Prozent der Fälle ein zeitlich wie räumlich ausgeprägtes A-B-C-Korrekturmuster (siehe Grafik „Chartanalyse“) zu erwarten, innerhalb dessen es den vorausgegangenen Anstieg zu verarbeiten gilt. Frappierend ist die Ähnlichkeit, die beispielsweise Dow, S&P wie auch der Nasdaq Composite in diesem Zusammenhang aufweisen.

Allein die Ausgeprägtheit der vorangegangenen Aufwärtsbewegungen dürften um mehrere Monate der holprigen Sorte kaum umhin führen, die zugleich über weite Teile dieses Börsenjahres die Grundtendenz zu bestimmen drohen. Zwar kann für die kurze Sicht ein nochmalige, dann mit großer Wahrscheinlichkeit finale Aufwärtsbewegung und in der Folge neue Hochs nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Insgesamt aber ist das Potenzial weitestgehend ausgereizt anzusehen.

Aber auch von markttechnischer Seite gibt es mit Blick auf die mittelfristige Zukunft (sechs-neun Monate) einige Warnsignale. Einerseits bewegen sich die Indikatoren auf unisono hohen Niveaus. Weit bedenklicher aber ist, dass mehrere der Wochenindikatoren die letzten Indexhochs nicht mehr bestätigten und negative Divergenzen ausgebildet haben.

In nicht wenigen Fällen geht ein solches, Schwäche signalisierendes Verhalten mit einer bereits vollzogenen bzw. heran nahenden Trendwende einher. Vorsicht ist auch mit Blick auf den beinahe zweijährigen Aufwärtstrend angebracht,zumal sich der Dax in den letzten Tagen diesem wieder sehr angenähert hat. Kommt es zu einem Bruch dieser bei rund 4 200 verlaufenden Unterstützungslinie, käme dies einem Gezeitenwechsel gleich und dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Schwäche nach sich ziehen. Die Gewissheit einer großen Trendwende würde damit ein nahezu erdrückendes Maß erlangen.

Der Autor ist technischer Analyst bei der Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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