Preiskrieg und Dollarschwäche belasten
Heidelberg-Cement hat viele Baustellen

Wer 2003 als Krisenjahr für Heidelberg-Cement bezeichnet, drückt sich noch milde aus. Ein Preiskrieg tobte im wichtigen Absatzmarkt Deutschland, das Kartellamt verurteilte den Baustoffhersteller zu einer Strafe von über 200 Mill. Euro und der schwache Dollarkurs drückte auf das US-Ergebnis.

HB FRANKFURT. Dennoch können Aktionäre die Aktie halten, denn das Unternehmen äußerte sich bei der Bilanzvorstellung optimistisch. 2004 werde die Wende widerspiegeln, versprach Vorstandschef Hans Bauer.

Zum Kauf der Aktie raten hingegen nur wenige Analysten. Der Kurs von aktuell knapp 36 Euro ist nach ihrer Meinung ein angemessener Preis für einen Anteil des M-Dax-Unternehmens. Indiz dafür ist auch, dass mit der Allianz und der Deutschen Bank gleich zwei Großaktionäre ihre Beteiligungen an dem Unternehmen vor wenigen Wochen deutlich reduziert haben.

Zumal die Bilanzzahlen des vergangenen Jahres die Befürchtungen von Analysten bestätigt haben. Der Jahresüberschuss hat sich von 262 auf 133 Mill. Euro nahezu halbiert. Auch das operative Ergebnis brach ein - um 22 % auf 391 Mill. Euro.

Die starke Heimatwährung wird dem Unternehmen wohl 2004 weiter zusetzen. „Heidelberg-Cement hängt am Tropf des Wachstums, aber fast alle Gewinne werden zur Zeit von Wechselkursverlusten aufgefressen“, sagt Karin Brinkmann, Analystin der Hypo-Vereinsbank. 2003 musste das Unternehmen Währungsverluste von 450 Mill. Euro verkraften. Schließlich erwirtschaftet das Unternehmen rund ein Viertel des Umsatzes in Nordamerika. Selbst der weltweite Rekordabsatz von erstmals über 50 Mill. Tonnen Zement und Klinker konnte die Verluste nicht auffangen.

Eine weitere Unsicherheit bleibt auch in diesem Jahr der deutsche Markt. Dort tobte bis zum vergangenen Herbst ein Preiskrieg zwischen den großen Zementherstellern. „Der Preis pro Tonne ist von 60 auf 35 Euro gesunken. Das war weder kostendeckend noch vergleichbar mit dem Ausland“, beschreibt Marc Nettelbeck, Analyst der BW Bank, die Situation im Stammland des Zement-, Beton- und Baustoff-Händlers. Der Gewinn in Zentraleuropa ist deshalb seit 1999 um 80 % auf nur noch 60 Mill. Euro geschrumpft. Mit einer gemeinsamen Preiserhöhung versuchten die Unternehmen der Branche gegenzusteuern. Mit sinkender Nachfrage rechnet Erhard Schmitt, Analyst bei Helaba-Trust, deshalb aber nicht. „Wegen Vertragsbindungen wird sich die seit Jahresbeginn wirksame Preiserhöhung von 12,50 Euro je Tonne aber erst sukzessive im Laufe des Jahres durchsetzen lassen.“

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