Preisspanne bei dem staatlichen französischen Flugzeughersteller reicht von 15,45 Euro bis 17,20 Euro
Snecma kommt billiger an die Börse

Die französische Regierung nimmt Rücksicht auf die wackeligen Finanzmärkte. Sie setzte die Preisspanne für den Teilbörsengang des Staatsunternehmens Snecma, einem Hersteller von Flugzeugen und Raketenmotoren, niedriger an, als erwartet.

ali PARIS. Finanzminister Nicolas Sarkozy will 35 Prozent des Snecma-Kapitals an der Börse verkaufen. Seit Freitag läuft die Preisbildungsphase, die am 16.6. endet. Die Bookbuilding-Spanne liegt bei 15,45 bis 17,20 Euro, womit das Unternehmen mit 4,1 bis 4,6 Mrd. Euro bewertet wird.

Durch den Verkauf der 94,5 Mill. Aktien (inklusive Platzierungsreserve) würde der französische Staat nun 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro erlösen. Vor einem Monat hatte Sarkozy noch erklärt, dass der Verkauf der Snecma-Aktien der Staatskasse 1,6 bis zwei Mrd. Euro einbringen solle. Als mögliche Preisspanne wurden 15 bis 20 Euro genannt.

Investoren kritisierten die Preisvorstellung. Hinzu traten der jüngste Anstieg des Ölpreises, der den Finanzmärkten im allgemeinen, und den Aktien der Flugzeug-Branche im Besonderen zusetzte. Am Donnerstag tauchten gar Berichte auf, denen zufolge der Börsengang verschoben werden sollte. Das Finanzministerium wollte diese Berichte weder bestätigen noch dementieren. Schließlich teilte das Ministerium mit, dass der IPO wie geplant durchgezogen wird.

„Der Preis ist attraktiv für Investoren“, sagte Snecma-Chef Jean-Paul Béchat am Freitag vor der Presse. „Umfragen unter Investoren zeigen, dass das Interesse der Anleger zufriedenstellend ist.“ Doch Fondsmanager zeigen sich weiter kritisch: „Auf Basis der aktuellen Bewertungen des europäischen Sektors wäre Snecma 13,5 Euro je Aktie wert“, sagte Franck Hénnin, Fondsmanager bei Richelieu Finance.

Snecma ist nach General Electric (GE), Pratt und Whitney und Rolls Royce der viertgrößte Flugzeugmotorenhersteller der Welt. Daneben baut Snecma Antriebe für die Raumfahrt. 2003 machte das Unternehmen 6,43 Mrd. Euro Umsatz und 182 Mill. Euro Gewinn. Die Schulden belaufen sich auf 251 Mill. Euro.

Seit 1971 ist Snecma in dem Joint Venture CFM International mit GE verbunden. „Daraus erzielen wir ein Drittel unseres Umsatzes“, sagte Snecma-Chef Béchat. Bekanntermaßen will GE sich an Snecma mit bis zu zehn Prozent beteiligen. Béchat hat nichts dagegen, sagte aber dass „im Zuge des Börsenganges eine solche Transaktion nicht geplant ist.“ Mit dem Börsengang will die französische Regierung „Snecma neuen Manövrier-Spielraum geben, um seine führende Position zu sichern“, erklärte das Finanzministerium. Snecma-Chef Béchat zeigt sich offen für den Gedanken, eine Art EADS für den Bereich Flugzeugmotoren zu schaffen. „Aber weder die deutsche MTU noch Avio sind zu verkaufen, das Thema hat keine Aktualität“, sagte er.

Vergangenes Jahr hatte Snecma versucht, FiatAvio zu kaufen. Das Unternehmen ging jedoch an den US-Fonds Carlyle und die italienische Gruppe Finmeccanica. Als ein Grund dafür gilt, dass Snecma ein Staatsunternehmen ist.

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