Preisspanne niedriger als erwartet
Siltronic startet in einem schwierigen Umfeld

Der Startschuss fällt heute in Frankfurt: Börsenkandidat Siltronic beginnt mit der Zeichnungsfrist für das geplante Going-Public, am 26. März ist dann die erste Notiz der neuen Aktie an der Börse geplant.

MÜNCHEN. Börsianer erwarten die Münchener Halbleiterfirma mit Spannung, ist es doch der erste große Börsengang in Deutschland nach der jüngsten Hightech-Flaute. Damit die Transaktion auch wirklich ein Erfolg wird und die Aktie interessant ist, wurde offenbar schon im Vorfeld die Bewertung reduziert. Die Preisspanne, in der die neuen Siltronic-Aktien angeboten wird, liegt zwischen 14,50 und 19 Euro. Legt man das von dem Reinstsilizium-Hersteller genannte maximale Emissionsvolumen von 57,5 Millionen Aktien zu Grunde, könnte das Unternehmen bis zu knapp 1,1 Milliarden Euro erlösen. Die Mittel sollen früheren Angaben zufolge für den Schuldenabbau und der Finanzierung weiteren Wachstums eingesetzt werden.

In den vergangenen Wochen war in Finanzkreisen noch von einem Unternehmenswert jedoch von bis zu zwei Mrd. Euro die Rede gewesen. Zudem wollen die beiden Konsortialführer Deutsche Bank und Morgan Stanley die Preisspanne offenbar möglichst breit anlegen, um damit den Unsicherheiten an den Kapitalmärkten nach den jüngsten Terrorangriffen in Madrid Rechnung zu tragen. Auch die Turbulenzen um den Börsengang von X-Fab, der noch vor Siltronic erfolgen soll, wirkten verunsichernd.

Angeboten werden 50 Millionen Aktien sowie eine Mehrzuteilungsoption („greenshoe“) von 7,5 Millionen Stück. Davon stammen laut Verkaufsprospekt, das am Samstag veröffentlicht wurde, 40 Millionen Stück aus einer Kapitalerhöhung. Der Rest kommt von der bisherigen Muttergesellschaft Wacker Chemie. Der Anteil der Familiengesellschaft wird nach dem Börsengang nur noch zwischen 56 % und 64 % liegen wird. Wacker hat sich zudem verpflichtet, sechs Monate lang keine weitere Anteile zu verkaufen.

Das Interesse sei „durchweg sehr groß“, hieß es gestern aus dem Kreis der Konsortialbanken. Angesprochen werden in erster Linie institutionelle Anleger aus Europa und den USA. Siltronic stellt Silizium-Scheiben, so genannte Wafer, her, aus denen Halbleiter gemacht werden. Damit ist das Unternehmen sehr abhängig von der stark schwankenden Chipkonjunktur.

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