Preisspanne wird angeblich gesenkt
Spekulationen um Verschiebung des Postbank-Börsengangs

Die Deutsche Post vertagt angeblich den Börsengang der Tochter Postbank. Einem Zeitungsbericht zufolge wird die Preisspanne gesenkt und eine neue Zeichnungsfrist gestartet.

HB BERLIN. Die Deutsche Post verschiebt offenbar die für Montag geplante Erstnotiz der Tochter Postbank an der Börse. Wie die Zeitung «Die Welt» am Samstag unter Berufung auf Bankenkreise berichtete, plant die Post nunmehr eine neue Zeichnungsfrist mit einer niedrigeren Preisspanne. Demnach sollen die Aktien von Montag an für zwischen 28 und 32 Euro pro Anteilsschein angeboten werden. Bislang lag die Spanne bei 31,50 bis 36,50 Euro. Wie es in dem Bericht weiter heißt, garantiert mindestens einer der Konsortialführer Deutsche Bank oder Morgan Stanley das untere Ende der neuen Preisspanne.

Mit dem neuen Preis würde die Post bis zu 1,6 Milliarden Euro an Einnahmen erzielen - eine Milliarde weniger als geplant. Um doch noch auf die anvisierte Summe von 2,6 Milliarden Euro zu kommen, solle eine Wandelanleihe mit einem Volumen von einer Milliarde Euro emittiert werden, so die «Welt» weiter. Dem Bericht zufolge dürfte die Anleihe innerhalb von drei Jahren durch die Käufer in Aktien der Postbank umgewandelt werden. Am Freitagabend um 18.00 Uhr war die Zeichnungsfrist abgelaufen. Medienberichten zufolge erhielt die Post deutlich weniger Angebote für die Postbank-Aktien als gewünscht.

Postsprecher Martin Dopychai sagte am Samstagvormittag auf Anfrage, Beschlüsse entsprechend der Darstellung der «Welt» seien noch nicht gefallen. «Die Gespräche, wie sie nach Abschluss der Zeichnungsfrist üblich sind, sind gerade im Gange.» Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, soll der Börsengang auf Mittwoch verschoben werden.

In den vergangenen Wochen war immer wieder über eine Absage des Börsengangs spekuliert worden. Fondsgesellschaften - aber auch die Konsortialbanken für den Börsengang - hielten den von der Post anvisierten Preis für zu hoch. Sie hielten zwar die Postbank an sich für überzeugend, aber eben nicht zu diesem Preis. Postchef Klaus Zumwinkel hatte aber immer wieder dementiert, dass sich am geplanten Börsengang der Banktochter am 21. Juni irgendetwas ändern werde.

Am Freitagvormittag hatte die Post Pressespekulationen zurückgewiesen: «Wir warten das Ende der Zeichnungsfrist um 18 Uhr ab und dann werden wir sehen, wie der Markt das Angebot aufgenommen hat», sagte eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur AP.

Spekulationen, die Post könne dem Drängen von Fonds und Investmentbanken nachgeben und die Postbank-Aktie billiger veräußern, wies sie zurück. «Eine Preissenkung steht nach wie vor nicht zur Debatte», betonte die Sprecherin. Allerdings räumte sie ein, dass eine Komplettabsage des Börsenganges eine «theoretische Möglichkeit» sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%