Preisverfall

K+S-Aktie bricht ein

Dass ein Dax-Konzern mehr als 20 Prozent verliert, sieht man nicht alle Tage. Heute ist so ein Tag. Die Aktie von K+S bricht ein, nachdem ein Konkurrent die Branche aufgeschreckt hat. K+S kann das nicht nachvollziehen.
Update: 30.07.2013 - 16:23 Uhr 17 Kommentare
Eine Salzmine der K+S AG in Hattorf-Wintershall. Quelle: ap

Eine Salzmine der K+S AG in Hattorf-Wintershall.

(Foto: ap)

FrankfurtEs hat etwas von „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“. Ein Unternehmen warnt vor Dumping-Preisen – und löst damit einen beispiellosen Absturz aus, der die gesamte Branche für Düngemittel mitreißt. Davon ist auch K+S aus dem Dax betroffen. Die Aktie des Düngemittelherstellers fiel am Dienstag zeitweise um 27 Prozent. Am Ende des Tages lag die Aktie rund 24 Prozent im Minus auf 20,24 Euro. „Für K+S ist das eine Katastrophe, die Aktien will jetzt erst einmal keiner mehr haben“, sagte ein Börsianer.

Der Markt für Dünger beziehungsweise Kalisalze ist schon seit einiger Zeit unter Druck. Die Weltwirtschaft schwächelt, vor allem China und Indien wachsen nicht mehr in dem Tempo wie früher, damit sinkt auch die Nachfrage nach Produkten der Agrarindustrie. Der Kalipreis ist auf 400 Dollar je Tonne gefallen. Um dem Preisverfall etwas entgegen zu setzen, hatten sich verschiedene Düngemittelhersteller zusammengetan. Nun hat das russische Unternehmen Uralkali ein wichtiges Handelskonsortium aufgekündigt. Gleichzeitig prophezeiten die Russen einen weiteren drastischen Einbruch der Preise. „In der nächsten Zeit rechnen wir damit, dass der Wettbewerb stärker wird, das wird die Preise nach unten treiben“, sagte Vladislav Baumgertner, Chef von Uralkali, in einem Interview mit Reuters. „Die Kalipreise könnten bis auf 300 Dollar je Tonne fallen.“

Für einen schärferen Wettbewerb sorgen die Russen selbst, indem sie ihre Zusammenarbeit mit Belaruskali beenden. Uralkali und Belaruskali waren acht Jahrelang Partner im Gemeinschaftsunternehmen BPC, das für 43 Prozent der weltweiten Kali-Exporte stand. Daneben existiert noch das Bündnis Canpotex, das die nordamerikanischen Firmen Potash Corp, Mosaic und Agrium geschlossen haben. BPC und Canpotex bildeten faktisch ein Duopol, das die Preise auf den wichtigsten Märkten abstimmte. Das im Bergbau gewonnene Kali ist neben dem industriell hergestellten Stickstoffdünger ein wichtiger Bestandteil für die Düngung von Pflanzen.

Experten erwarten, dass sich die Unternehmen künftig mit Kampfpreisen unterbieten werden. „Es ist so, als würde Saudi Arabien aus der Opec austreten - die Ölpreise würden sofort fallen“, sagte Dmitry Ryzhkov, Analyst bei Renaissance Capital. Die genauen Gründe für den Rückzug nannte Baumgertner nicht. Er sprach nur von einer unerfreulichen Blockade. Zudem habe Belaruskali eine Reihe von Handelsabschlüssen außerhalb des Konsortiums vollzogen. Nach Informationen von Reuters wurde Belaruskali von diesem Schritt überrascht. Einen offiziellen Kommentar gab es von dem weißrussischen Unternehmen nicht.

K+S: „Für uns nicht nachvollziehbar“
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17 Kommentare zu "Preisverfall: K+S-Aktie bricht ein"

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  • Wenn man eine Firma übernehmen will, muss man vorher den Wert der Firma senken. Ist doch logisch,

  • Ich stimme Ihnen gern zu: es ist ein Preiskartell geplatzt, das sich hinter dem neutralen Begriff "Verbund" verbarg. Darin wurden wohl die Marktpreise abgesprochen - anders lässt sich die Flucht der Anleger nicht erklären. Das Platzen von Preiskartellen ist immer ein guter Tag für das marktwirtschaftliche System und insbesondere die Verbraucher. Aus den Berichten der Medien kann abgeleitet werden, dass das Kartell platzte, weil Einzelinteressen der Profiteure weit über jene hinaus gingen, die mittels des gemeinsamen Kartells realisiert werden konnten. Die Aufsichtsbehörden sollten umgehend prüfen und sich auf den Wissensstand der umsichtigen Aktionäre bringen.

  • Ich freue mich auf den heutigen Short squeeze bei K + S. Der Kurs wird sich auf mindestens 25 Euro erholen. Das wird ein Schlachtfest für die shortenden Hedgefonds.

    Lustig wirds, wenn Uralkali seine gestrige Ankündigung aus der Telefonkonferenz als "Irrtum" relativiert.

    KSAG88

  • Der CEO von Uralkali trifft wohl seine Entscheidungen unter Einfluss von zuviel Vodka. Nicht nur der Kurs von K+S ist eingebrochen, sondern der aller Kaliproduzenten. Auch der Kurs von Uralkali ist circa 20% gesunken. Was der Mann sich wohl dabei gedacht hat, das Kartell zu kuendigen und einen Preiskampf zu beginnen? Die Uralkali Aktionaere werden es ihm zu danken wissen.

  • Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!

  • der verfasster des ersten kommentares muss ein wahrer poet sein und spricht in philosophischer weise...mist hoch 3
    weltversteher????

  • ......................................
    ...KURSRUTSCH BEI K&S...
    ......................................
    ..
    folgende ursachen haben zu diesem abschwung
    geführt..
    uralkali hat seine vertriebsallianz mit bela-
    ruskali aufgekündigt, was zu grösserem preis-
    druck führen wird.
    hinzu kommt, dass K&S heute durch eine starke
    unterstützung bei €.26,79 quasi ist nichts ge-
    fallen ist..
    ..
    analysten sehen diesen absturz als völlig über-
    trieben an und haben das kursziel auf €.34,oo
    angepasst..
    ..

  • Kali und Salz ist kein Finanzwert, daher auch nicht systemrelevant
    Man kauft besser Daxoptionen da kann man keine 20% verlieren, da würde sofort
    der Handel ausgesetzt

  • Nicht der Konzern K+S bricht ein, sondern der Aktienkurs. Wie immer gibt es an der Börse Übertreibungen, ob nun in die eine Richtung (jahrelang hat man das bei Apple gesehen) und bei K+S in die andere Richtung. Das Geschäft von K+S ist solide und attraktiv. Das Management ist konservativ und deshalb sind bestimmte Kennziffern von K+S (z. B. Eigenkapitalquote) besonders gut. Ich habe heute zu unter 21 € noch einmal zugekauft, nachdem ich vor drei Wochen schon für 27,50 € gekauft habe. Schon den Preis empfand ich unglaublich günstig.

    Den Stopp-Loss-Anhängern ist zu danken, dass sie so günstig ihre Anteile abgeben.

  • 1. Kosten bei Legacy gestiegen. Noch kein Gramm produziert. Wahrscheinlichkeit dass weitere Kostensteigerungen folgen, nicht ausgeschlossen.
    2. Indien und China könnten auch "in die Kali-Bütt steigen". Dumpinggefahr.
    3. Pipeline-Urteil in Sachen Werra. Auch hier ziehen dunkle Wolken auf.
    4. Und nun Uralkali, die die BPC verlassen wollen. Verschärfter Wettbewerb, Dumping ohne Ende. So schnell können die Menschen weltweit sich nicht vermehren um die Bevölkerung und somit die Nachfrage wachsen zu lassen und auch somit steigende Kali-Preise zu verursachen.
    5. k+s hat zu hohe Allgemeinkosten, wenn nun Dumping herrscht, der Kalipreis auf 300 fallen sollte, dann erwarte ich Ende des Jahre nur noch einen Gesamtgewinn 1,80 - 2,10/Aktie.
    6. Wenn aber die Gewinne künftig wesentlich geringer ausfallen, wirkt es sich auch auf den Cash-Flow negativ aus. Wie will man dann die zur Zeit bestehenden Kosten bei Legacy aus der eigenen Tasche bezahlen? Hier erwarte ich weiteres "Nachschießen" in Form von Anleihen oder Krediten. Diese Zinsen und die schon bestehenden müssen weiterhin bedient werden. Bei fallenden Gewinnen keine schönen Aussichten.
    7. Aah, das Postulat, dass bei geringer werdenden Anbauflächen die Menschheit ernährt werden muß und somit steigende Kalipreise zu erwarten sind. Wenn Bauer Harms nur noch 50% der ursprgl. Anbaufläche zur Verfügung hat, würde er dann auch die gleiche Menge Dünger streuen wie bei 100% Anbaufläche? Ich glaube nicht.
    8. Warum sollte ich nun weiterhin in k+s investieren, oder gerade jetzt einsteigen??
    9. Solange hier keine klare Trendwende, auch beim Kalipreis zu erkennen ist, sage ich nur "Vorsicht, Vorsicht".

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