Aktien
Premiere außerbörslich stark gefragt - Ausgabepreis erwartet

Premiere-Aktien erfreuen sich kurz vor dem Ende der Zeichnungsfrist am Dienstag anhaltend großem Interesse. Die Papiere des Bezahlfernsehsenders wurden im Handel per Erscheinen beim Düsseldorfer Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz bei 29,35 zu 29,70 Euro gestellt.

dpa-afx FRANKFURT. Premiere-Aktien erfreuen sich kurz vor dem Ende der Zeichnungsfrist am Dienstag anhaltend großem Interesse. Die Papiere des Bezahlfernsehsenders wurden im Handel per Erscheinen beim Düsseldorfer Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz bei 29,35 zu 29,70 Euro gestellt. Der Börsenmakler Schnigge gab den Handelsbereich mit 29,05 zu 29,30 Euro an. Die Aktien stehen damit weiter über der Bookbuilding-Spanne von 24 zu 28 Euro. Am Nachmittag wird die Veröffentlichung des Ausgabepreises mit Spannung erwartet.

"Es ist große Nachfrage auch über dem oberen Rand der Bookbuilding-Spanne zu spüren und wir haben einige Transaktionen bei bis zu 29,50 Euro getätigt", sagte Thorsten Pfeiffer, Aktienhändler bei Lang & Schwarz. Damit laufe die Emission weiter positiv. Premiere profitiere vom hohen Bekanntheitsgrad und das Geschäft verstehe jeder, sagte der Händler zur Begründung. In Deutschland stehe das Bezahlfernsehen noch am Anfang der Entwicklung. Hieraus resultiere einige Fantasie - und dies treibe die Aktien an.

Analysten Eher Positiv

"Die Aktien haben auch bei 28 Euro noch deutliche Chancen bei durchaus vorhandenen Risiken", sagte ein Aktienanalyst. Kurzfristig seien Kurse um 30 Euro denkbar, zumal die Nachfrage insbesondere von angelsächsischen Investoren hoch sei. Fundamental sei die Entwicklung der Abonnentenzahl entscheidend - in den kommenden Jahren werden jeweils 300 000 bis 350 000 neue Kunden erwartet. Analysten hätten aber ohnehin einen etwas höheren Unternehmenswert angesetzt, was das Risiko mindere. Langfristig sollten die Chancen somit überwiegen.

Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe, sieht jedoch die starke Abhängigkeit des Bezahlsenders vom Sportprogramm als Unsicherheitsfaktor. "Die Entwicklung von Premiere ist eng mit der Vergabe und der Preisentwicklung von Sportrechten verbunden." Ein zusätzliches Risiko sieht er in der möglichen strukturellen Veränderung des TV-Marktes. Premiere hatte einen Einstieg ins Free-TV langfristig nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig kündigten Prosiebensat.1 und RTL an, sich im Pay-TV-Bereich engagieren zu wollen. "Unter einem Wettbewerb würden die Erträge leiden." In der Preisspanne von 24 zu 28 Euro sind nach Meinung von Schlienkamp die genannten Risiken aber berücksichtigt.

Zeichnungsfrist Endet

Für Privatanleger endete die Zeichnungsfrist um 12.00 Uhr, institutionelle Investoren können ihre Aufträge noch bis 14.00 Uhr abgeben. Die Erstnotiz ist für den morgigen Mittwoch geplant. Premiere bietet bis zu 42,1 Mill. Aktien an, inklusive einer Mehrzuteilungsoption von 5,5 Millionen. Der Börsengang soll bis zu 1,179 Mrd. Euro in die Kassen des Pay-TV-Senders spülen.

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