Privatisierung
Flughafenbetreiber ADP steuert Börse an

Frankreichs Regierung macht weiter Kasse. Noch vor dem Sommer soll der staatliche Flughafenbetreiber Aéroports de Paris (ADP) an die Börse gehen. Der IPO soll sich indes nicht nur für den Staat lohnen. Um Anleger zu überzeugen, setzt sich ADP ehrgeizige Wachstumsziele.

ali PARIS. Am Montag reichte ADP sein Basis-Dokument bei der französischen Börsenaufsicht ADP ein, teilte das Unternehmen mit. Der Betreiber der Flughäfen Charles de Gaulle, Paris Orly und Paris Le Bourget will den Börsengang nutzen, um sein Kapital um bis zu 500 bis 600 Mill. Euro, hieß es im Pressetext. Marktkreise schätzen, dass sich der Staat von ADP-Anteilen in einem Volumen von 500 bis 750 Mill. Euro trennen könnte. Damit läge das Gesamtvolumen des Börsengangs bei 1 bis 1,4 Mrd. Euro.

Das letzte Wort hat der französische Finanzminister Thierry Breton. Dieser hatte am Freitag erklärt, dass der ADP-Börsengang "noch vor dem Sommer" statt finden könnte, wenn es die Marktbedingungen zuließen. Auf jeden Fall wird der Staat die Mehrheit an dem Flughafenbetreiber behalten, hieß es in Paris.

Am Dienstag will das ADP-Management Analysten von den Vorzügen des Unternehmens überzeugen. Der Konzern stellt ein Wachstums des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 45 bis 50 Prozent bis zum Jahr 2010 in Aussicht. Vergangenes Jahr lag das Ebitda bei 592,4 Mill. Euro, das entspricht einem Zuwachs von 9,1 Prozent.

Im gleichen Zeitraum will das Unternehmen 2,7 Mrd. Euro investieren. Zum einen soll dadurch die Abfertigungskapazität bis 2010 um 19,4 Mill. Passagiere ausgebaut werden. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr nutzten 78,7 Mill. Passagiere einen der drei von ADP gemanagten Flughäfen im Pariser Umland. Das entspricht einem Wachstum von 4,4 Prozent.

Zum anderen will ADP seine Einnahme-Basis weiter diversifizieren. So soll die verfügbare Fläche für Vermietungen an Restaurants und Geschäfte bis 2010 um 30 Prozent erweitertert werden. Vor allem dem Großflughafen Charles de Gaulle sprechen Experten in diesem Bereich noch großes Nachholpotenzial zu. Denn als der Flughafen Mitte der 60er Jahre zum Drehkreuz ausgebaut wurde, standen bei der Konzeption vor allem architektonische und weniger kommerzielle Aspekte im Vordergrund.

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