Privatisierung in Deutschland scheint zu stocken
Wasseraktien vertreiben Ebbe im Depot

Wachstumsphantasien für die Wasserwirtschaft sucht man in Deutschland vergebens. Dennoch trauen Analysten dem Energiekonzern RWE das größte Kurspotenzial zu. Suez und Veolia werden hingegen nur durchschnittliche Chancen vorausgesagt.

HB DÜSSELDORF. Gegen die Forderung von EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein, den deutschen Wassermarkt nach dem Vorbild der Branchen Strom und Telekommunikation zu liberalisieren, laufen Bürgermeister und Stadtwerkechefs derzeit hier zu Lande Sturm. Die – unbestritten erstklassige – Trinkwasserqualität sei in Gefahr, sollten private Anbieter in das Geschäft einsteigen.

Während also die Privatisierung in Deutschland zu stocken scheint, bevor sie so richtig in Gang kommt, ist sie in vielen anderen Industriestaaten Wachstumstreiber Nummer eins für die Wasserversorger. Aktuell versorgen Privatunternehmen nur knapp acht Prozent der Weltbevölkerung. Bis zum Jahr 2015 wird sich der Anteil auf bis 20 Prozent mehr als verdoppeln, prognostizieren Analysten. Von dieser Privatisierungswelle können Anleger profitieren, wenngleich das Geschäft mit dem „blauen Gold“ seine eigenen Tücken hat.

Die glänzenden Zukunftsaussichten vor Augen, brachen einige europäische Energieversorger 2000 zu einer Einkaufstour rund um den Globus auf. An vorderster Front: die beiden französischen Konzerne Suez und Veolia Environnement sowie die deutsche RWE. Sie investierten ihre Monopolgewinne aus dem Strom in das neue Wachstumsfeld. Die drei Unternehmen sind heute Weltmarktführer im Wassergeschäft. Suez und Veolia versorgen je 100 Mill. Kunden, RWE 70 Mill..

Für die Anleger machte sich das Milliardenmonopoly zunächst nicht bezahlt. Wegen ihrer enormen Schuldenlast – allein RWE bezahlte für seine Neuerwerbungen in Großbritannien und den USA rund 20 Milliarden Euro – gingen die Aktienkurse auf Talfahrt. Erst vor einem Jahr, als ein großer Teil des Schuldenbergs abgetragen war, konnten die Aktien der Wasserversorger aus ihrem Abwärtstrend ausbrechen. RWE zog dabei mit einem Kursplus von fast 70 Prozent den Konkurrenten davon (siehe Chart). Aber auch Suez und Veolia entwickelten sich seit August 2003 besser als der Leitindex der Pariser Börse CAC 40.

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