Pro-Sieben-Aktie
Das Märchen vom Raab-Effekt

An der Börse gewinnt die Aktie des Fernsehsenders Pro Sieben Sat1. schon den zweiten Tag in Folge. Börsianer meinen, dass das an Stefan Raab liegen könnte. Dabei hat die Aktie ganz andere Vorzüge zu bieten.
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FrankfurtDie Aktie von Pro Sieben Sat1. legt ordentlich zu – schon den zweiten Tag in Folge. Gestern ging es um zwei Prozent nach oben, heute noch einmal um mehr als drei Prozent. Ein Anteilsschein kostet damit gut 19 Euro.

Eine Erklärung für den steigenden Kurs wollen die Börsianer schnell gefunden haben: Es soll an Stefan Raab liegen. Die Freude über einen neuen Vertrag mit Raab helfe der Aktie auf die Sprünge, hieß es von Händlern an der Börse. Der quotenträchtige Moderator hatte gestern seinen Vertrag mit dem Fernsehsender um fünf Jahre verlängert. Allerdings wird das Ganze auch nicht ganz billig. Nach einem Bericht des "Manager Magazins" soll der Vertrag insgesamt 185 Millionen Euro schwer sein; wobei nicht ganz klar sei, welcher Anteil daran dem Entertainer selbst zufließt.

Ob die Anleger nun wirklich so begeistert sind, dass Raab verlängert, und sie deshalb die Aktie kaufen, sei zunächst einmal dahingestellt. Fest steht, dass sich die Aktie einiges gut zu machen hat. Zu Anfang des Jahres kostete die Aktie noch über 24 Euro, seitdem ist der Kurs um 20 Prozent gefallen. Im Börsenjargon wird so etwas gerne als „überverkauft“ bezeichnet.

Zwei schlechte Nachrichten hatten für die Talfahrt gesorgt – inzwischen dürften sie aber eingepreist sein. Zum einen verlor der Sender die TV-Rechte für die Champions League. Zum anderen prophezeiten Experten schwächere Werbeinnahmen für das laufende Jahr. Die Werbekunden könnten angesichts des unsicheren Umfeldes und wachsender Inflationssorgen mit ihren Werbeausgaben im ersten Halbjahr extrem zurückhalten, schrieben die Analysten von Silvia Quandt Research in einer Studie. Die Aktie dürfte deshalb in den kommenden Monaten seitwärts tendieren. Anleger sollten aber bei Rückschlägen nachkaufen, so die Analysten.

Für das Unternehmen spricht, dass es nach und nach von seinem hohen Schuldenberg herunter kommt. Der Verkauf einiger oder aller internationalen Aktivitäten würde Werte freisetzen und beim Abbau der Nettoverschuldung helfen, erklärte Analyst Daniel Kerven von Merrill Lynch in einer Studie. Pro Sieben Sat1. trennt sich von Beteiligungen in Belgien, den Niederlanden und Skandinavien. Am heutigen Abend läuft die Angebotsfrist für das Skandinavien-Geschäft aus.

Ein weiterer großer Pluspunkt: die hohe Dividende. In diesem Jahr sollen Anleger 1,12 Euro je Aktie erhalten, im nächsten 1,37 Euro. Gemessen am aktuellen Kurs entspricht das einer Dividendenrendite von 7,2 Prozent. Nichts gegen Raab, aber im Zweifel ist nicht die Vertragsverlängerung des Entertainers das entscheidende Argument für die Aktie, sondern die fette Dividende.

Mit Material von Reuters

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

Kommentare zu " Pro-Sieben-Aktie: Das Märchen vom Raab-Effekt"

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  • Raab, das ist der sinnlos sabbelnde Grins-Kopf, der überall rummäkelt und uns nervt ohne Ende und zu jedem widerlichen Euro-Vision Gesülze bereit ist. Mann hau ab mit den ätzenden Werbe-Millionen, ich will Dich nicht mehr im TV antreffen müssen.

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