Probleme der Muttergesellschaft WCM belasten die Aktie des Industriekonzerns
Klöckner-Werke gelten als riskanter Kauf

Wenn die Mutter Probleme hat, leidet auch die Tochter. So wie bei der Klöckner-Werke AG. Die Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft WCM, die rund 78 Prozent der Aktien des Duisburger Unternehmens hält, war durch die Börsenkrise in eine finanzielle Schieflage geraten und hat sich bis heute noch nicht wieder komplett aufgerichtet. Das belastet nach Analystenmeinung auch den Kurs des Klöckner-Papiers.

HB DÜSSELDORF. Die Klöckner-Werke hatte sich als Stahlkocher einen Namen gemacht. Die Holding trennte sich allerdings schon vor zehn Jahren von dieser Sparte. Auch der Bereich Automobilzulieferung gehört nicht mehr zum Konzern. Unter der WCM-Ägide verkaufte Klöckner Ende 2001 zudem das Geschäftsfeld Folienherstellung. Geblieben ist hauptsächlich die Abfüll- und Verpackungstechnik, gebündelt in der Tochter KHS AG. Der Maschinenbauer steuerte im 1. Quartal 2004 knapp 90 Prozent zum Konzernumsatz bei. Diesen Bereich will Klöckner weiter ausbauen. Die restlichen zehn Prozent erwirtschafteten die Duisburger vor allem mit dem Bau von Kunststoff- und Gummiverarbeitenden Maschinen. Mit dem Metallhändler Klöckner & Co. (KlöCo) haben die Klöckner-Werke nur die Wurzeln gemein.

Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, sieht in den Klöckner-Werken ein soli-des Unternehmen, bei dem die Fundamentaldaten stimmten: „Von den Zahlen her ist der Konzern an der Börse unterbewertet. Anleger sollten aber vorsichtig sein. Der Unsicherheitsfaktor ist die Mutter WCM.“ Es gebe eine starke Verquickung zwischen der Verwaltung der Klöckner-Holding und dem Mehrheitseigner WCM. Die Folge sei, dass Klöckner keine eigenständige Strategie fahren könne. Schramm ist überzeugt: Hätte die Klöckner-Führung freie Hand, würde sich das Unternehmen besser entwickeln. Besonders kritisiert er, dass das Industrieunternehmen Klöckner von der WCM zum Einstieg ins Beteiligungsgeschäft gedrängt worden sei.

Die Klöckner-Aktie stuft Schramm neutral ein, was sich in einem Sechs-Monats-Kursziel von zehn Euro widerspiegelt. Davon ist der Titel aktuell nur noch wenige Cent entfernt. Sollte WCM in großem Maße Anteile verkaufen, um sich zu sanieren, müsste die Aktie aber völlig neu bewertet werden.

Jens Jung von Independent Research widerspricht Schramm insofern, als dass er den Titel von den Unternehmenszahlen her schon für gut bewertet hält. Er sieht kaum Luft nach oben – ganz unabhängig vom Verhalten der Mutter WCM.

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