Profi-Anlageempfehlung
Vertrauen in den Euro fehlt

Eine Währung ist nur stabil, wenn ihr Vertrauen entgegen gebracht wird. Doch genau das fehlt dem Euro, kritisiert Burkhard Allgeier. Für Anleger hat er fünf Thesen formuliert, wie es trotz der Krise weitergeht.
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Warum ist der Schweizer Franken traditionell so stark? Und warum der Euro so labil? Weil eine Währung Vertrauen benötigt. Nur dann ist sie stabil, und ihr Außenwert bleibt erhalten oder steigt sogar. Vertrauen in eine Währung erwächst vornehmlich daraus, dass der dazugehörige Staat solide wirtschaftet. Beim Euro als Gemeinschaftswährung kommt es auf die wirtschaftliche Solidität der Teilstaaten an. Und daran hapert es. Wie es mit dem Euro weitergeht, kann niemand genau sagen. Aber hier sind fünf Thesen:

Erstens: Die Europäische Währungsunion (EWU) zerfällt nicht, das politische Projekt wird am Leben erhalten. Selbst ein "freiwilliger" Austritt Griechenlands würde nicht das Ende der EWU bedeuten. Das Szenario einer Renationalisierung der Währungsunion erachten wir für unwahrscheinlich, jedoch nicht für unmöglich.

Zweitens: Innerhalb der Triade von Euro, US-Dollar und japanischem Yen hat keine Seite Interesse an starken Wechselkursveränderungen. Zwar wäre eine schwache eigene Währung ein willkommenes Konjunkturprogramm. Aber einem Abwertungswettlauf würde die jeweils andere Seite nicht tatenlos zusehen. Zudem haben die Notenbanken der Triade wenig Lust, neben ihren konventionellen und unkonventionellen Maßnahmen auch noch Wechselkurspolitik zu betreiben. Daher wird sich der Aufwertungsdruck auch künftig auf "kleinere" Währungsräume wie Skandinavien, Kanada, Australien, Neuseeland oder einige Schwellenländer übertragen.

Drittens: Der Euro hat sich wie Yen und US-Dollar zu einer Niedrigzinswährung entwickelt. Damit lohnen sich "Carry-Trades". Investoren nutzen preiswerte Kredite in Euro für Anlagen in höherverzinslichen Währungsräumen. Profiteure, aber auch Leidtragende sind erneut die kleinen Währungen.

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Ein heißer Herbst steht bevor

Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Vertrauen in den Euro fehlt"

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  • Deutschland kann und darf jederzeit aus der EU/Währungsunion, wenn von Vorteil, austreten.
    Also keine Panik, im Moment geht es Deutschland prächtig und es profitiert des Malheurs der anderen.
    Wenn die Zeit für den Austritt reif ist wird sich schon jemand finden der das tut, keine Sorge.
    Aber im Moment leben wir Deutsche wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
    Was wollen wir noch mehr, die paar Milliarden die wir netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unsere Mitgliedschaft in der EU realisieren dürfen.
    Uns Deutsche geht es prächtig, genießen wir es einfach, egal wie es den anderen EU-Ländern geht und ob in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit über 50% liegt. Wem juckt denn das? Dem Herr Weidmann bestimmt nicht und mir auch nicht!

  • Ich frage mich wieso der Verfassungsschutz so eine lange Leitung hat und da auch noch drauf steht. Dem Bundestag gehört ein Schuß vor den Bug gesetzt, mitsamt der BundeskanzlerIn und Hofeintreiber Schäuble, dass es nicht mehr weit ist zum Hochverrat.

  • ...nachdenklich,

    du sprichst mir aus der Seele! Danke.

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