Profis warnen vor direkten Engagement zum jetzigen Zeitpunkt in Osteuropa
Kleine Märkte in Europa preschen vor

In den täglichen Finanzmarktberichten tauchen sie selten auf, doch die kleineren Märkte sind die eigentlichen Stars unter den europäischen Börsen. Die Märkte in Ländern wie Spanien, Norwegen, Irland oder Österreich haben während der mehr als zwei Jahre andauernden Aktienrally in Europa die großen Börsen – Frankfurt, Paris, London und Zürich – abgehängt. Hinzu kamen noch die starken Neumitglieder aus Osteuropa. Und auch Russland glänzt mit einer ausgezeichneten Bilanz.

DÜSSELDORF. Profis haben Titel aus solchen Regionen längst in ihren Depots und damit ihre Wertentwicklung kräftig aufgebessert. Aber auch für den Einstieg ist es noch lange nicht zu spät, glauben die Experten. Auf die gute Mischung kommt es allerdings an, denn einige Märkte sind derzeit ein wenig heiß gelaufen.

„Kleinere Länder wie Irland oder auch Skandinavien haben generell den Vorteil, dass sie politisch liberalere Rahmenbedingungen haben“, sagt Fondsmanagerin Susan Levermann von DWS, Managerin des auf Europa konzentrierten Provesta Mid Cap Fonds. Politische Veränderungen seien dort leichter durchzusetzen. In Ländern wie Irland, Spanien oder Griechenland seien auch auf Grund der demographischen Struktur mit vielen jungen Leuten die Wachstumschancen groß. So hat sich der spanische Ibex 35 innerhalb von drei Jahren verdoppelt, der irische ISEQ ist um 80 Prozent gestiegen, auch Griechenland hat um knapp 90 Prozent zugelegt (siehe Tabelle). Gleichzeitig schätzt Levermann an den kleineren, alten europäischen Staaten, dass dort die Unternehmen bereits eine über viele Jahre entwickelte Firmenkultur besitzen.

Die Index-Entwicklungen sind auf Grund der geringeren Liquidität jedoch nur bedingt mit den großen Märkten vergleichbar. „Ein Wert wie Nokia hat wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der finnischen Börse“, sagt Markus Kaiser von Veritas, Manager des A2A Chance. In Dänemark etwa hat vor allem das Containerschiff-Transportunternehmen AP Moller-Maersk den Standardwerteindex OMX Copenhagen ganz kräftig nach oben gepuscht. Kaiser hat sich nach den jüngsten Kurssteigerungen aus den rasch wachsenden kleinen Märkten Europas zurückgezogen. Mittelfristig sieht er aber weiteres Potenzial, etwa in Griechenland.

Auch Levermann favorisiert Hellas. Finanzierungsinstrumente wie Hypothekendarlehen und Kreditkarten seien dort längst noch nicht flächendeckend verbreitet. Von dem Nachholbedarf profitierten auch Firmen wie der Zementhersteller Titan Cement.

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