ProSieben: Lockmittel für den Komplett-Börsengang

ProSieben
Lockmittel für den Komplett-Börsengang

Jahresgewinn verdoppelt, Dividende angehoben, guter Ausblick für Umsatz und Gewinn: Die Eigner hübschen ProSieben für den Börsengang auf.
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Die Finanzinvestoren KKR und Permira hübschen ihre Fernsehtochter ProSiebenSat.1 mit einer satten Dividende für den baldigen Komplett-Börsengang auf. Für die Vorzugsaktien, die bereits an der Börse sind, werde die Gewinnbeteiligung 2010 auf 1,14 Euro je Titel angehoben - nach lediglich zwei Cent im Vorjahr, teilte das Münchner Unternehmen am Donnerstag mit. Das ist mehr als doppelt so viel wie erwartet - Analysten hatten mit lediglich 51 Cent gerechnet.

Doch auch die beiden Beteiligungsfirmen genehmigen sich eine ordentlich Summe. Für die Stammaktien, die größtenteils ihnen gehören, wollen sie sich 1,12 Euro je Papier auszahlen. Im Vorjahr waren sie allerdings leer ausgegangen.  Mit dem überraschend großen Geldregen wollen KKR und Permira die ProSieben-Kleinaktionäre, die über die Vorzugsaktien am Unternehmen beteiligt sind, und den Kapitalmarkt auf den zweiten Börsengang des Unternehmens vorbereiten. Mitte des vergangenen Jahrzehnts war der erste Teil des ehemaligen Kirch-Senders an die Börse gekommen, allerdings lediglich die stimmrechtslosen Vorzugstitel. KKR und Permira halten hingegen 88 Prozent der Stammaktien, mit denen sie das Unternehmen kontrollieren.

Für die haben sie einst gut drei Milliarden Euro gezahlt. Angesichts des Werbeaufschwungs und der wieder sprudelnden Einnahmen bei ProSieben bereiten sie nun ihren Ausstieg vor - eine Börsenplatzierung ihrer Anteile im vierten Quartal sei realistisch, hatten mehrere mit der Sache vertraute Personen im Januar zu Reuters gesagt. Banker rechnen mit einem Milliarden-Deal; ProSieben könnte sogar in den Leitindex Dax aufsteigen. Voraussetzung für eine Platzierung ist Finanzkreisen zufolge eine Zusammenlegung der beiden Aktientypen. Einem solchen Schritt müssten die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Mai mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen.

2010 liefen die Geschäfte der Sendergruppe richtig gut. Der Jahresüberschuss verdoppelte sich auf 313 Millionen Euro von 147 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte um neun Prozent auf drei Milliarden Euro zu. Drückend hoch sind weiter die Schulden, die sich Ende des Jahres ebenfalls auf drei Milliarden Euro summierten. Für dieses Jahr zeigt sich der Vorstand optimistisch: Umsatz und Gewinn dürften weiter steigen.

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