Aktien
Prosiebensat.1 nach Spekulationen Saban-Ausstieg im Aufwind

Die Aktien des TV-Konzerns Prosiebensat.1 haben nach Spekulationen über einen Verkauf der Anteile des US-Milliardärs Haim Saban an die Axel Springer AG den dritten Tag in Folge zugelegt. Bis gegen 14.15 Uhr gewann die Aktie 1,41 Prozent und stieg auf 14,39 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien des TV-Konzerns Prosiebensat.1 haben nach Spekulationen über einen Verkauf der Anteile des US-Milliardärs Haim Saban an die Axel Springer AG den dritten Tag in Folge zugelegt. Bis gegen 14.15 Uhr gewann die Aktie 1,41 Prozent und stieg auf 14,39 Euro. Der MDax kletterte gleichzeitig um 0,76 Prozent auf 5 700,79 Punkte. Analysten bewerteten die Übernahmegerüchte als realistisch.

Presseberichten zufolge hatten Springer-Chef Mathias Döpfner und sein Finanzvorstand Steffen Naumann am Wochenende Saban in Los Angeles besucht, um mit die Chancen einer Übernahmen auszuloten. Saban war nach der Kirch-Krise im Jahr 2003 bei einem Kurs von etwa sechs Euro eingestiegen. Über die P7s1 Holding, eine Tochtergesellschaft der Saban-Gruppe, hält er mit anderen Investoren 50,5 Prozent an Prosiebensat.1. Zwölf Prozent der Anteile liegen bei Springer, der Rest ist im Streubesitz.

Analyst Harald Wölfle von der Baden-Württembergischen Bank bezeichnete die Gerüchte als überraschend. Völlig aus der Luft gegriffen erschienen sie ihm allerdings nicht. "Es wurde immer behauptet, das Engagement bei Prosieben wäre erst der Anfang. Realistisch wäre es dennoch, wenn man sich die Kursentwicklung der vergangenen zwei Jahre anschaut", sagte Wölfle. 2003 war die Aktie nach den Turbulenzen um die Kirch-Pleite auf einen historischen Tiefststand von 4,11 gefallen. Nach einem harten Kostensenkungsprogramm rangiert sie im Augenblick wieder bei rund 14,40 Euro.

"Bei Prosieben ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange", sagte Woelfle. Um die Margen weiter zu steigern, bedürfe es nun allerdings größerer Anstrenungen. Kurzfristige und effektive Möglichkeiten wie die Abkehr von teuren Film- und Sportlizenzen seien mittlerweile weitgehend ausgeschöpft.

Für Springer wiederum sei die Übernahme "eine einmalige Chance, sich zu einem breiter diversifizierten Medien-Konzern zu entwickeln". Wolle Springer auf Augenhöhe zu Bertelsmann aufschließen, wäre dies ein "wichtiger strategischer Schritt", sagte Wölfle. Offen bleibe aber die Frage, von wievielen Aktien sich Saban letztlich zu welchem Preis trenne.

"Was ich gehört habe, wäre das von der Liquidität her machbar", sagte Peter-Thilo Hasler von der Hypovereinsbank. Springer könne seiner Einschätzung nach etwa 300 bis 400 Mill. Euro aus eigener Liquidität aufbringen. "Vom Timing her wäre das nicht schlecht, auch von den Synergieffekten her macht das durchaus Sinn", sagte er. "Es war ja von Anfang klar, dass das nur ein Engagement auf Zeit ist." Überdies habe Saban in den vergangenen zwei Jahren gemerkt, "dass er sich in Deutschland nicht in dem Maße durchsetzen kann wie er das in anderen Ländern gewohnt ist". Insofern könnte an den Gerüchten etwas dran sein. "Eine so tolle Performance in so kurzer Zeit hat er sicher nicht immer."

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