Prozessrisiken drücken Bewertung: Streit bedroht Börsengang von Strabag

Prozessrisiken drücken Bewertung
Streit bedroht Börsengang von Strabag

Korruptionsvorwürfe und ein gerichtlicher Streit mit der Familie Lenz als Minderheitsaktionär bei der Konzern-Tochter Züblin stellen einen erfolgreichen Börsengang des österreichischen Bauunternehmens Strabag immer mehr in Frage. Bislang peilt Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner den Börsengang in Wien im Frühsommer an, voraussichtlich im Mai.

DÜSSELDORF/WIEN. Ein Strabag-Sprecher weist mögliche Zweifel an dem Börsengang allerdings zurück. Das Unternehmen sehe in den Prozessrisiken und Korruptionsvorwürfen kein Hindernis für den Börsengang. Strabag werde im Börsenprospekt auf laufende Verfahren hinweisen. Der Konzern sei mit 53 000 Mitarbeitern in über 30 Ländern tätig und in einzelnen Ländern gebe es immer mal Probleme. Doch keine, die den Konzern gefährdeten oder Schaden anrichteten, wie der Sprecher betont. Außerdem sei Strabag mit zehn Mrd. Euro Umsatz und einem Gewinn von rund 300 Mill. Euro im Jahr 2006 gut auf den Börsengang vorbereitet.

Doch Skepsis scheint angebracht: Denn geplant ist, dass zunächst 30 Prozent der Strabag-Anteile an Investoren gehen. Erwartet wird ein Erlös von einer Mrd. Euro. Prozessrisiken könnten einen Strich durch diese Rechnung machen. „Sie belasten die Stimmung und drücken damit auf die Bewertung“, bestätigt Ralf Dörper, Analyst der WestLB. Der erhoffte Milliarden-Erlös aus dem Börsengang scheint dadurch bedroht.

Zwischen Haselsteiner und Lenz schwelt ein gerichtlicher Streit um Züblin. Lenz, mit 43 Prozent Minderheitsaktionär bei Züblin, hält die Integration von Züblin in den Strabag-Konzern für rechtswidrig. Eine Rückabwicklung des Kaufs würde Strabag in Verlegenheit bringen. Der Strabag-Sprecher wies alle Vorwürfe der Familie Lenz zurück: „Wir machen nur, was sinnvoll ist, um zwei Unternehmen, die auf einem Markt sind, aufeinander abzustimmen.“

Doch der Strabag-Konzern wird nervöser, als er sich nach außen gibt. Wie aus dem elektronischen Bundesanzeiger hervorgeht, hat Züblin jetzt eine außerordentliche Hauptversammlung am 11. April einberufen, um Neuwahlen des Aufsichtsrates durchzuführen. Lenz hatte die Wahl, bei der von der Kapitalseite nur Strabag-Vertreter zum Zuge kamen, erfolgreich vor dem Stuttgarter Landgericht angefochten. Ursprünglich wollte Züblin die Wahl erst bei der ordentlichen Hauptversammlung wiederholen.

Seite 1:

Streit bedroht Börsengang von Strabag

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%