PwC-Studie
Neuer Boom bei Börsengängen

Das Emissionsgeschäft in Europa blüht: In diesem Jahr werden fast so viele Unternehmen an die Börse gehen wie zuletzt im Boomjahr 2000. Die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) erwartet, dass es "2005 mehr als 500 Neuemissionen gibt". Auf dem Höhepunkt vor fünf Jahren waren es rund 600. In Deutschland läuft das Geschäft mit Neuemissionen allerdings nach wie vor schleppend.

HB FRANKFURT/LONDON. Nach einer aktuellen Studie von PwC gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres an den europäischen Finanzplätzen schon 267 so genannte Initial Public Offerings (IPOs) – im gesamten Jahr 2003 waren es nur 143. PwC-Kapitalmarktexperte Tom Troubridge rechnet damit, dass der Boom im zweiten Halbjahr 2005 anhält: „Die Pipeline sieht ziemlich voll aus“, sagte er dem Handelsblatt. Auch das Emissionsvolumen von 16,5 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten wird nach seiner Einschätzung im zweiten Halbjahr erreicht oder sogar übertroffen.

Klappt der geplante Börsengang des Stromanbieters Électricité de France (EdF), wird allein EdF Aktien im Wert von acht bis elf Mrd. Euro an den Markt bringen. Die Neuemission des bisherigen französischen Staatskonzerns wäre die mit Abstand bedeutendste des zweiten Halbjahres. Weitere große IPOs stehen mit dem Schweizer Kabelfernseh-Betreiber Cablecom und dem deutschen Finanzberater HCI an.

Trotz des starken Anstiegs der Zahl der Neuemissionen sehen Experten keine Anzeichen für eine Überhitzung. „Der Markt ist erwachsener geworden“, sagt Josef Ritter, Leiter des Aktienmarktgeschäfts der US-Großbank Citigroup in Deutschland und Österreich. Die Investoren schätzten den Markt jetzt vernünftiger ein als zur Zeit des Booms der New Economy. Das zeige sich auch daran, dass Großanleger Papiere von Unternehmen zeichneten, die keine spektakulären Wachstumsversprechen machten.

Beflügelt wird die IPO-Konjunktur in Europa dadurch, dass in diesem Jahr nicht mehr die Nachfrager, sondern die Anbieter das Geschehen bestimmen. Aktien kommen häufig am oberen Ende der Preisspanne auf den Markt und steigen im anschließenden Handel weiter. „Das Preispendel ist zurückgeschlagen. Inzwischen haben wir wieder einen Markt, der stark von den Unternehmen bestimmt wird, die ihre Aktien an die Börse bringen wollen“, sagte Kapitalmarktexperte Christoph Stange von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Dagegen sorgte noch im vergangenen Jahr beispielsweise der Börsengang der Deutschen Postbank wochenlang für eine öffentliche Debatte über den angemessenen Emissionspreis.

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