Quartalsberichte
Vorreiter Alcoa sendet düstere Signale

Mit Alcoa startet heute Abend die Berichtssaison in den USA. Für Anleger dürfte es eine trostlose Eröffnung werden. Bereits vergangene Woche kündigte Alcoa ein hartes Sanierungsprogramm an. Analysten geht das angesichts einbrechender Aluminiumpreise aber nicht weit genug. Sie befürchten weitere Hiobsbotschaften und sehen die Dividende in Gefahr.

HB DÜSSELDORF. Wieder einmal richten sich alle Augen auf Alcoa. Nach bewährter Tradition eröffnet der US-Aluminiumkonzern heute Abend die Berichtssaison der US-Konzerne für das Schlussquartal 2008. Anders als in vielen vorangegangenen Quartalen fällt das Rätselraten vor den Zahlen diesmal aber etwas schwächer aus. Denn dass die Alcoa-Zahlen angesichts der einbrechender Aluminiumpreise schlecht ausfallen werden, ist spätestens seit letzter Woche klar. Genau so sicher scheint es, dass Anlegern des US-Konzerns schwere Monate bevorstehen.

Dabei hatte es in den ersten Handelstagen des Jahres noch gut ausgesehen für Alcoa-Aktionäre: Von elf Dollar ging es an der New Yorker Börse schnell bis auf fast 12,50 Dollar hoch. Doch Dienstagabend folgte die Ernüchterung, als Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld drastische Sparmaßnahmen bekanntgab. Wegen des wirtschaftlichen Abschwungs streicht der Konzern weltweit 15 000 Stellen und verkauft einzelne Sparten, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Zudem wird die Produktion um 20 Prozent gedrosselt und die Investitionen werden halbiert.

Die Reaktion der Börse fiel deutlich aus: Zehn Prozent verlor die Aktie am Mittwoch. Nach einer kurzen Gegenbewegung am Donnerstag ging es am Freitag noch einmal fünf Prozent abwärts. Auch heute sieht es nicht besser aus: Im frühen Handel verlieren Alcoa-Aktie fast sieben Prozent auf gut 10 Euro.Auf Sicht eines Jahres haben Aktionäre mit dem Papier 70 Prozent Wertverlust erlitten. Auslöser des Absturzes ist die Talfahrt der Aluminiumpreise, die 2008 um die Hälfte einbrachen. Aussicht auf Besserung besteht kaum, da die Industrie – allen voran die kriselnde Autobranche – im Zuge der Wirtschaftskrise ihre Nachfrage stark gedrosselt hat.

Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Woche und dem massiven Kursverfall dürfte es dem Aluminium-Riesen zumindest nicht leichtfallen, mit seinen Zahlen die Erwartungen zu enttäuschen. Für das vierte Quartal erwarten Analysten nun rote Zahlen. Denn Kleinfelds Strategie erscheint klar: In das ohnehin schon schlechte Schlussquartal packt er so ziemlich alles rein, was noch an Belastungen ansteht. Auch die Belastungen für den Konzernumbau von fast einer Milliarde werden noch 2008 bilanziert.

Für 2009 könnte das Alcoa zumindest etwas Luft verschaffen. Das erwartet zum Beispiel Analyst Brian MacArthur von der UBS. Er erhöhte kurz nach der angekündigten Rotstiftaktion seine Gewinnschätzungen für 2009 und hob auch das Kursziel für die Aktie von 10,50 auf 11,50 Dollar an. Wegen des extrem schwierigen Umfelds für Aluminiumproduzenten lautet sein Anlageurteil allerdings lediglich „hold“.

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