Querelen um Übernahme in Italien dürften spanische Bank nur kurzfristig belasten
Analysten halten trotz Fusionspoker an BBVA-Aktie fest

Die Aktie der zweitgrößten spanischen Bank, BBVA, gehörte im vergangenen Jahr zu den besten Titeln der europäischen Branche. In jüngster Zeit mehren sich aber die vorsichtigen Kommentare von Analysten.

HB MADRID. Zum einen sei die Aktie im derzeitigen Umfeld teuer, zum anderen berge der Übernahmekampf um die italienische Banca Nazionale del Lavoro Risiken. „Langfristige Investoren sollten die Titel aber auf alle Fälle halten“, sagt David Cabeza vom Madrider Broker Renta 4.

BBVA bemüht sich seit Monaten um eine Übernahme der BNL und hat ein öffentliches Gebot vorgelegt. Allerdings steht die Zustimmung der italienischen Notenbank Banca d’Italia noch aus. Zudem verunsicherten zuletzt Meldungen, dass der italienische Versicherer Unipol seine Beteiligung an der BNL aufstocken wolle. Auch Gerüchte um ein mögliches Gegengebot machten die Runde.

Aus Sicht von Analyst Cabeza wird der Kurs auf kurze Sicht, wie es sich schon in den vergangenen Wochen abgezeichnet hat, unter dem Gerangel um die BNL-Übernahme leiden. Langfristig hält er den Deal jedoch für sehr positiv, da die Synergien dieser grenzüberschreitenden Bankenfusion nach Aussagen der BBVA enorm sind. „Deswegen glauben wir, dass es sich wieder lohnt einzukaufen, wenn der Kurs auf zwölf Euro gefallen ist“, sagt Cabeza. Das Kursziel für die BBVA-Aktie sieht er bei 13,50 Euro. Derzeit liegt der Kurs bei rund 12,30 Euro.

BBVA-Chef Francisco González versucht, seine Bank mit dem Kauf der BNL vor allem vor einer feindlichen Übernahme durch ein ausländisches Institut zu schützen. Ähnlich urteilen Analysten: „Der Börsenwert der BBVA ist im Vergleich zu anderen Konkurrenten eher klein und damit ist die Gefahr einer Übernahme groß“, sagt Marío Lodos vom Madrider Broker Ibersecurities. Durch die Integration der BNL kämen die Spanier auf eine Kapitalisierung von 50,5 Mrd. Euro und wären damit die fünftgrößte Bank Europas.

Lodos rät jedoch grundsätzlich zur Vorsicht, so lange der Kauf der italienischen Bank nicht abgeschlossen sei: „Die geplante Kapitalerhöhung um rund 15 Prozent, mit der der Kauf finanziert werden soll, wird sich zwangsläufig negativ auf den Titel auswirken“, sagt er. Vor allem eine Gegenofferte, die den Kaufpreis hochtreiben würde, könnte der Aktie schaden.

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