Rätsel über Perspektiven: Premiere wird Zockerpapier

Rätsel über Perspektiven
Premiere wird Zockerpapier

Wenn es um König Fußball geht, spielt Premiere weiterhin in der ersten Liga – das verkündet der Bezahlsender derzeit in ganzseitigen Anzeigen. Aktionäre sehen dies allerdings anders.

DÜSSELDORF. Mit einem Kursverlust von 42 Prozent binnen weniger Minuten quittierten sie vor fünf Wochen den Verlust der TV-Exklusivrechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2006/2007. „Premiere hat dieses Szenario nie ernsthaft ins Kalkül gezogen und hatte deshalb kein Alternativkonzept. Die Wachstumsstory ist vorerst beendet“, urteilt Christian Schindler, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz. Seit dem dramatischen Kurssturz konnten sich die im Februar 2005 zu 28 Euro emittierten Aktien kaum erholen und notierten mit 13 Euro nur knapp über ihrem Allzeittief. Klarheit über die künftige Strategie von Premiere versprechen sich Investoren nun von der Präsentation der Bilanz 2005 am 14. Februar.

Anlageempfehlungen und die Gewinnschätzungen für Premiere können indes diffuser kaum sein. Sie reichen von einem schmalen Verlust und einem Kursziel von 8,80 Euro bis hin zu einem Gewinn von 2,04 Euro je Aktie und einem Kursziel von 25 Euro. Kein Wunder: „Die künftige Ertragslage gleicht nach dem Verlust der TV-Rechte an der Bundesliga einer Blackbox“, sagt Olgerd Eichler, Fondsmanager von Union Investment. „Wir haben unsere Premiere-Position komplett liquidiert, weil wir die Aktie nach klassischen Bewertungsmethoden nicht beurteilen können“, so Eichler.

Als bemerkenswert in Finanzkreisen gilt, dass selbst Morgan Stanley als eine der Konsortialbanken der Premiere-Emission seine Empfehlung jüngst von „übergewichten“ auf „untergewichten“ senkte. Insgesamt raten derzeit acht von 16 Analysehäusern zum Verkauf und nur vier zum Kauf der Aktie.

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