Rally an den Börsen
Bankaktien feiern Kurs-Bonanza

Der Rückenwind aus Brüssel lässt die Aktien europäischer Banken durch die Decke gehen. Anleger reißen sich um die lange verschmähten Papiere. In Deutschland liegen die wichtigsten Institute um bis zu 16 Prozent im Plus.
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DüsseldorfIm Bankensektor macht sich nach dem Euro-Gipfel Erleichterung breit, die Anleger fassen neues Vertrauen. Der Schuldenschnitt von 50 Prozent dürfte die meisten Banken kaum in eine existentielle Krise stürzen. Der „befriedigende Kompromiss“, wie Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die Einigung titulierte, dürfte von der Mehrzahl der Institute akzeptiert werden. Die weitere Zuspitzung der Finanzkrise wie nach dem Fall der Investmentbank Lehman schein vorerst abgewendet.

Rund um den Globus feiern Bankaktien eine Erleichterungsrally. Beherzt griffen Anleger bei den Papieren deutscher Institute zu. Die Aktien der Deutschen Bank kletterten um mehr als 16 Prozent auf gut 33 Euro. Damit lagen sie auf dem Spitzenplatz im Dax. Zum Vergleich: Anfang der Woche notierten die Aktien noch bei gut 26 Euro. Seit Jahresanfang beträgt das Minus gut 28 Prozent.

Platz zwei im Dax geht mit einem Plus von 14,5 Prozent auf zwei Euro an die Commerzbank. Seit Jahresbeginn steht für Anleger aber immer noch ein Verlust von mehr als 60 Prozent zu Buche. Allianz-Titel legten um knapp neun Prozent auf 85,50 Euro zu.

Die meisten Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs seien zwar erwartet worden, schrieb Analyst Philipp Häßler von Equinet. Es sei aber sehr positiv, dass versucht werde, die Refinanzierungsschwierigkeiten der Banken anzugehen, da das im Moment das größte Problem sei. Ein Händler sagte: „Der Markt ist erleichtert, dass das Thema erst einmal vom Tisch ist und sich das Ganze nicht wie ein Kaugummi zieht.“

Die Bankenrally läuft weltweit auf Hochtouren. In Paris gewannen BNP Paribas , Societe Generale und Credit Agricole jeweils zwischen 19 und 23 Prozent, in London stiegen Barclays und die Royal Bank of Scotland um knapp 15 Prozent. Die italienische Unicredit legte mehr als acht Prozent zu. Der europäische Branchenindex ESTX verbuchte ein Plus von mehr als elf Prozent. Alle gelisteten Institute notieren deutlich im Plus.

Auch international greifen Anleger bei Finanzwerten zu. In Fernost kletterten die Aktien von Mitsubishi UFJ etwa um 5,74 Prozent auf 350 Yen. In den USA dürften Finanzwerte zum Börsenstart kräftige Aufschläge verbuchen.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @mazi

    Darf ich mal gerade Umberto Eco zitieren

    "Wahrlich, es waren finstere Zeiten, in denen ein kluger Mann sich genötigt sah,
    Dinge zu denken, die zueinander im Widerspruch standen!"

    Wenn man natürlich nur einspurig denken kann und glaubt, die eigenen kleinen Karrees der Welt überstülpen zu müssen, dann steht man schon ratlos vor einem solcehn Phänomen ...

  • Einig ist man sich nur darin, zu behaupten , dass eine Einigung stattgefunden habe. Dabei ist die sogenannte Einigung ebenso unbestimmt und offen, wie die Blanko-Beschlüsse des Bundestages. Die Verhandler auf der Bankenseite verfügten nicht einmal über eine rechtlich bindende Vertretungsvollmacht.Noch weniger sind die virtuell zum Umtausch reservierten Forderungen bestimmt. So bleibt völlig ungewiss, wer mit welchem Anlagegut zum Tausch aufgerufen ist. Es existiert nur ein Wirkungs-Ziel. Und weil man gerade dabei ist, zu vernebeln ,ist auch dieses Ziel abhängig von einer zukünftigen BIP-Variable.
    Für heute hat man mit der Mogelpackung die Lufthoheit über die Schlagzeilen gewonnen. Bald wird man wieder am Anfang stehen. Wer als Bank auf Anleihebeständen sitzt, wird sie in Fondsvehikeln parken, um am Stichtag seine (angebliche) Tauschverpflichtung zu reduzieren.
    Andere werden gar nicht erst antreten, um so die Erfüllung der Umtauschquote auf staatl. Subventionsvehikel abzuwälzen.

  • Man, jetzt es Frau Merkel den Banken aber gegeben.

    Die Börse relativiert das vermeintliche Missverständnis obiger Aussage. Statt einem Opfer der Banken, sieht die Börse darin ein "tolles Geschäft". Die Aktienkurse explodieren. Deutsche Bank plus 14 %, Commerzbank plus 14 %.

    Das hält die Börse von den Entscheidungen.

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