Rationale Überlegungen werden außer Acht gelassen
Herdentrieb verstärkt den Trend an der Börse

Das Phänomen, dass Investoren ohne Überlegung auf einen „fahrenden Börsenzug“ aufspringen, ist an den Finanzmärkten seit jeher zu beobachten. Schon mehrfach hat dieses „Herdenverhalten“ Anleger in der Vergangenheit in Investments getrieben, die in spektakulären Blasen mündeten.

HB DÜSSELDORF. Michael Hughes, Senior Product Manager bei JP Morgan Fleming, beschreibt den Herdentrieb allgemein als „das Phänomen, dass Anleger ’der Masse’ folgen, ohne dabei anders lautende Marktsignale oder Recherche-Ergebnisse zu beachten“. Hughes führt auf ein solches Verhalten etwa die holländische Tulpenmanie im 17. Jahrhundert und die Hightech-Blase der späten 1990-er Jahre zurück.

Die Tulpenmanie ist wohl eines der ältesten Beispiele für den Herdentrieb. In der Zeit von 1634 bis 1637 gab es eine regelrechte Massenhysterie, die die Preise für Tulpenzwiebeln in Holland zum Teil um das 50-fache ansteigen ließ. Der Trend drehte im Jahr 1637. Die bisher so gefragten Tulpenzwiebeln wurden plötzlich verstärkt angeboten; die Preise begannen zu fallen. Immer mehr Anleger stiegen aus und brachten damit die Spekulationsblase zum Platzen.

Dieser Herdentrieb findet sich auch aktuell wieder. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hält es für möglich, dass der steile Anstieg der Rohölnotierungen in den zurückliegenden Monaten auf den Herdentrieb an den Börsen zurückzuführen ist. Da Aktien- wie Anleihemärkte im bisherigen Jahresverlauf kaum im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen, seien die Spekulanten am Ölmarkt fündig geworden, schreibt die Bank in ihrem Quartalsbericht. „Ihre Präsenz, zusammen mit dem Aufwärtstrend beim Ölpreis, dürfte dazu geführt haben, dass Händler nur zögernd Positionen gegen einen weiteren Anstieg beim Ölpreis eingegangen sind, und damit den Aufwärtstrend verstärkt haben“, heißt es in dem Bericht.

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