Reaktion auf verschobenen Börsengang
Analysten und Anleger strafen Jenoptik ab

Das Jenoptik-Papier verlor am Donnerstagmorgen rund sechs Prozent, nachdem das Unternehmen gestern angekündigt hatte, den Börsengang seiner Tochtergesellschaft M+W Zander Facility Engineering auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

HB BERLIN. Auf Grund des Marktumfelds hätten Jenoptik und die M+W Zander Holding mit den Konsortialführern beschlossen, den Börsengang zu einem geeigneteren Zeitpunkt vorzunehmen, sagte eine Jenoptik-Sprecherin. Sie bekräftigte ebenfalls, dass sich an der Strategie, sich vom Anlagenbau und dem Stuttgarter Gebäudedienstleister M+W Zander in den nächsten zwei Jahren trennen zu wollen, nichts geändert habe.

Die Analysten der West-LB stuften daraufhin die Aktie von "outperform" auf "neutral" herunter. Das Kursziel der Papiere senkte die Bank auf neun von zehn Euro. Die Analysten vom Sal. Oppenheim stuften die Jenoptik-Aktie ebenfalls von "buy" auf "neutral" herunter. Aufgrund fehlender Fortschritte beim erwarteten Börsengang von M+W Zander rechnen die Analysten von Sal. Oppenheim nicht mehr damit, dass Jenoptik 2006 ein reines Photonik-Unternehmen wird. Da dies jedoch Grundlage der Investitionsbewertung gewesen sei, erfolge eine Senkung der Einstufung. An der Börse führt die Jenoptik-Aktie mit einem Minus von mehr als vier Prozent am Donnerstag die Liste der Verlierer im TecDax an und notierte bei 8,36 Euro.

Technologie-Experten betonten, dass es wichtig sei, dass der Konzern weiter an seiner Strategie festhalte, sich von wenig profitablen Geschäft zu trennen und das Unternehmen weiter umzubauen. Die Gründe für den verschobenen Börsengang konnten die Analysten allerdings nicht nachvollziehen. Angesichts der starken Börse in Singapur und der gut gelaufenen Halbleiterwerte sei die Begründung mit dem Marktumfeld nicht überzeugend, hieß es von der Heleba.

Ein Analyst der HVB nannte den Börsengang eine zentrales Element der Strategie von Jenoptik, sich auf die kleine, aber proftitablere Optik-Sparte Photonics (Laser, Blitz-Geräte, Militärtechnik) zu konzentrieren. Er verwies aber darauf, dass mit der Singapur-Tochter der beste Teil der Reinraumsparte verkauft worden wäre. „Zunächst die Perle verkaufen - und was wird dann mit dem Rest“, fragte der Analyst.

Die Singapur-Tochter von Jenoptik macht einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Asien wird als die Wachstumsregion für das eher margenschwache Geschäft gesehen. Daneben gehören zur Reinraumsparte weitere, kleinere Geschäftsbereiche sowie das Gebäudemanagement mit gut 400 Millionen Euro Umsatz, was ebenfalls nicht zum Kerngeschäft zählt. Mittelfristig will Jenoptik sich auf die profitablere Photonics konzentrieren, die 2005 knapp 400 Millionen Euro Umsatz erzielen soll.

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