Reaktionen auf GM-Börsengang
„Ein Meilenstein für die US-Autoindustrie“

Einst siech und nur mit Staatshilfen vor dem Aus bewahrt, ist der US-Autobauer General Motors an die Börse zurückgekehrt. Und das mit einem Ausrufezeichen: Investoren rissen sich geradezu um die Papiere der amerikanischen Kultmarke. Während Präsident Obama voll des Lobes ist, zeigte sich GM-Chef Akerson demütig. Trotz aller Euphorie: Er hat noch viel zu tun.
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HB NEW YORK. Mit dem wohl größten Börsengang aller Zeiten hat der US-Autobauer General Motors seine Unabhängigkeit zurückgewonnen. Nur ein gutes Jahr nach der Beinahepleite konnte sich der Konzern aus der staatlichen Obhut lösen.

"General Motors' Börsengang stellt nicht nur einen großen Meilenstein für eine Kultfirma dar, sondern für die gesamte amerikanische Autoindustrie", sagte Präsident Barack Obama. Die Hilfen für die US-Autoindustrie hätten schwere Entscheidungen und Opfer verlangt. Es seien dadurch aber Jobs gerettet und eine Industrie vor dem Untergang bewahrt worden.

Die Aktie des Opel-Mutterkonzerns sprang am Donnerstag gleich zu Handelsbeginn in New York um 6 Prozent auf glatte 35 Dollar hoch. "Das ist ein großartiger Tag für jeden, der mit GM verbunden ist", sagte Konzernchef Daniel Akerson. Er läutete im großen Handelssaal an der Wall Street das Comeback des fast pleitegegangenen Autogiganten ein. Vorausgegangenen war eine harte Sanierung.

Die Investoren rissen sich um die Papiere. GM hatte die Aktien mit 33 Dollar bereits teurer angeboten als ursprünglich geplant. Der Großteil des eingenommenen Geldes von bis zu 23,1 Mrd. Dollar geht an den US-Staat als Mehrheitseigner. Die Regierung hatte GM mit einer Finanzspritze von 49,5 Mrd. Dollar vor dem Untergang bewahrt und den Neustart erst ermöglicht. "Wir werden diese Hilfe nie vergessen", sagte Konzernchef Akerson. "Wir wissen, wo wir standen."

Das Comeback ist bemerkenswert: Das Unternehmen ließ die Megaverluste der Vergangenheit hinter sich und gilt heute wieder als einer der aussichtsreichsten Autobauer der Welt. Nur die deutsche Tochter Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall gelten noch als Sorgenkinder, weil die Europäer sich mit Autokäufen zurückhalten.

Akerson will das Europageschäft mit den gleichen Mitteln wieder auf Vordermann bringen, die schon in Nordamerika gewirkt haben: Kapazitäten herunterfahren, Kosten senken. Im Klartext bedeutet das die Streichung von 8000 Stellen. Bei den Autos vom kleinen Corsa bis zum großen Insignia sieht Akerson dagegen wenig Handlungsbedarf. "Europa ist in guter Verfassung, was die Modellpalette angeht."

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  • "Daeeeeewooooo... Daewoo und du..."

    Oder was wird hierzulande als "Chevrolet" verhökert?
    irgendwo stand, daß vor der NYSE heute die GM-bosse in edlem blech vorgefahren seien. (Hm, müssen die nicht Karossen aus eigener Produktion fahren?) Allen voran der Chevy Volt, der mit Verkaufspreisen jenseits von USD 40k und minimaler Reichweite in der amerikanischen Pampa bestimmt ein Riesenerfolg wird!

    Oberhalb USD 40 wird geshortet, das hat vor 3 Jahren schon mal ganz gut geklappt :) Turbo-Shorts von der Coba, eine bankdienstleistung, die ihr Geld wert war! Also los, ihr Cobänker, auf ans Werk!

  • ich kann nicht verstehen, mit welcher Euphorie über den neuen börsengang berichtet wird. Was ist mit den Altaktionären? Die wurden enteignet! Die neue GM ist nämlich de jure nicht die alte und damit dürfte es unmöglich sein, Ansprüche geltend zu machen. Schmierenkapitalismus, der sich mit meinem konservativen Wertekanon nicht mehr verträgt, ebensowenig wie die immer mehr einreißende Praxis, bei Kapitalerhöhungen den Altaktionären oft keine Vorzugsaktien mehr anzubieten. Wer wacht hier eigentlich über die guten Sitten, etwa die börsen"aufsicht"?

  • ich denke auch, das der GM Hype nicht lange anhalten wird. Warten wir mal ein 2-3 Jahre ab.

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