Reformprogramm der Regierung könnte aber für Auftrieb sorgen
Analysten erwarten kein olympisches Kursfeuer an der Börse Athen

Noch steht in den Sternen, wer bei den in zehn Tagen beginnenden XXVIII. Olympischen Spielen in Athen aufs Siegertreppchen darf. Die Anleger an der griechischen Börse gehörten im Vorfeld der Spiele jedenfalls noch nicht zu den Gewinnern.

ATHEN. Die von vielen gehegte Hoffnung, Olympia werde die Kurse in Athen beflügeln, hat sich im bisherigen Jahresverlauf erfüllt. Währen der ASE-Index im Vorjahr noch um 28 Prozent zulegte, bewegt er sich seit Januar zwischen 2 300 und 2 500 Punkten seitwärts. Von seinem historischen Hoch, das im September 1999 mit 6 355 Zählern erreicht wurde, ist der Leitindex weit entfernt.

Dabei sind die makroökonomischen Vorgaben gut. Mit einem Wirtschaftswachstum von voraussichtlich 3,7 Prozent liegt Griechenland an der Spitze in der Eurozone. Auch für das kommende Jahr rechnen die Sachverständigen des Athener Wirtschaftsministeriums mit einem Wachstum von annähernd vier Prozent. Und die seit März amtierende konservative Regierung verspricht eine Deregulierung der Wirtschaft.

Da wundert es, dass die meisten Aktienkurse auf der Stelle treten. Manche Papiere, die noch zu Jahresbeginn als „Olympia-Aktien“ empfohlen wurden, haben sogar kräftige Abschläge hinnehmen müssen. So büßte die Aktie des griechischen Autovermieters Autohellas seit Januar fast 6,5 Prozent ein, der Hotel- und Casinobetreiber Hyatt Regency verlor knapp sieben Prozent und der Reederei-Konzern Attica Group musste gar 27 Prozent abgeben.

„Wir hatten etwas mehr erwartet“, kommentiert Ralph Luther, Manager des Hellas-Olympia-Fonds beim Hamburger Bankhaus Berenberg, die Börsenentwicklung. Wird die griechische Konjunktur in den kommenden Monaten durch Wachstumssignale aus Europa gestärkt, sieht Luther Chancen für einen Indexanstieg von derzeit 2 300 auf 2 500 bis 2 550 Zähler.

Dabei werden die Favoriten von gestern nicht unbedingt die Gewinner von morgen sein. Dies gilt etwa für die griechischen Banken. Mit Kursgewinnen von durchschnittlich 57 Prozent schnitten diese im vergangenen Jahr besonders gut ab. Damit nahm die Börse die guten Geschäftsergebnisse dieses Jahres bereits vorweg. So meldete der Branchenführer National Bank jetzt für das erste Halbjahr einen Anstieg des Vorsteuergewinns um 20 Prozent. Das zweitgrößte Kreditinstitut, die Alpha Bank, verzeichnete gar ein Plus von 73,5 Prozent.

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