Regulierungsanforderungen: HSBC sieht Rendite schwinden und Anleger gleich mit

Regulierungsanforderungen
HSBC sieht Rendite schwinden und Anleger gleich mit

Der Gewinn fällt geringer aus als erwartet und die Geschäftsführung übt sich bei der Prognose in Zurückhaltung. Kein Wunder, dass die Anleger sich heute von HSBC trennen.
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FrankfurtGut ist nicht gut genug. Die britische Großbank HSBC hat ihren Vorsteuergewinn in diesem Jahr fast verdoppelt, aber die Markterwartungen trotzdem nicht erfüllt. Dass Bank-Chef Stuart Gulliver außerdem wegen der künftigen Regulierungsanforderungen vorsorglich die Renditeziele herunterschraubt, missfällt den Aktionären. Ein bisschen mehr Ehrgeiz hätte es schon sein können. Die Aktie verliert über fünf Prozent auf 672,8 Pence.

Das besser laufende Kreditgeschäft beschert HSBC für 2010 einen satten Gewinn. Weil die Kunden ihre Darlehen wieder zuverlässiger zurückzahlen, stand unter dem Strich ein Überschuss von fast 13,2 Milliarden US-Dollar nach 5,8 Milliarden ein Jahr zuvor. Doch am Markt hatte man mit einem noch höheren Zuwachs gerechnet. „Die größte Enttäuschung ist, dass der Nettogewinn eine halbe Milliarde Dollar unter den Analystenerwartungen blieb“, sagte Mic Mills, Leiter des elektronischen Handels bei ETX Capital.
Die Bank profitierte vor allem vom Rückzug aus dem Geschäft mit amerikanischen Kreditkunden schwächer Bonität („subprime“). Die Risikovorsorge und Abschreibungen auf faule Kredite gingen um fast die Hälfte auf 14 Milliarden Dollar zurück. Dagegen lieferte das Investmentbanking eine schwächere Vorstellung. Der Vorsteuergewinn der Sparte sank von 10,5 auf auf 9,5 Milliarden. Die Aufwand-Ertrag-Relation kletterte auf 55,2 Prozent, da die Erlöse nachgaben und die Personalkosten zunahmen. Der Quote liege „über unserem Ziel und ist für mich nicht akzeptabel“, erklärte Aufsichtsratschef Douglas Flint in der Mitteilung von HSBC.
Für die Zukunft setzt sich HSBC bescheidenere Ziele. Grund seien vor allem die schärferen Eigenkapital-Anforderungen am Banken. Vorstandschef Gulliver stutzte das langfristige Ziel für die Eigenkapitalrendite (RoE) auf zwölf bis 15 Prozent. Zuvor hatte das Institut 15 bis 19 Prozent angepeilt. Im vergangenen Jahr hatte die Rendite 9,5 Prozent betragen. Die Aktionäre sollen unterdessen mit einer leicht höheren Dividende bedacht werden. Die Gesamtdividende will das Management von 34 auf 36 US-Cent anheben. Doch das konnte die Anleger nicht besänftigen. „Sie denken sich jetzt, warum sollten sie die Aktie mit einem Aufschlag zum Buchwert kaufen?“, kommentierte Colin Morton von Rensburg Fund Management.
Die Analysten halten HSBC dagegen unverändert die Treue. 20 empfehlen die Aktie zum Kauf, 9 zum Halten und nur zwei verkaufen. Im Schnitt liegt das Kursziel bei 800 Pence.

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